Mit der Region Brugg war Lis Frey eng verbunden. Gesundheitliche Gründe bewogen sie aber, vor zwei Jahren zur Familie ihrer Tochter nach Emmen zu ziehen. Nur zwei Jahre waren ihr hier vergönnt, sie genoss aber das reiche Kulturangebot in Luzern wie auch die schöne Landschaft. Auf dem Weg zu einer Vernissage in Emmenbrücke wurde sie auf einem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren. Wenige Tage später, am 13. Dezember, verschied sie 82-jährig im Spital.

35 Jahre lang war Lis Frey journalistisch für unsere Region tätig, ab 1963 als freie Mitarbeiterin des Badener und des Brugger Tagblattes, ab 1975 als festangestellte Journalistin beim BT, ab 1981 als Redaktorin des Lokalteils Brugg-Windisch. Zuständig war sie für das Gebiet Birrfeld und Schenkenbergertal, doch berichtete sie gerne auch über das vielfältige Geschehen in der weiteren Region, rapportierte über Gerichtsverhandlungen wie kulturelle Anlässe, Aviatik oder Dorffeste. Sie war ausserordentlich engagiert und aktiv. «Ich schätzte den Kontakt mit den Leuten», wie sie betonte – und die Leute schätzten sie und ihre Berichterstattung, sie wurde zu einem bekannten Gesicht. Nach der Pensionierung blieb sie als freie Mitarbeiterin bei verschiedenen Zeitungen tätig.

«Bärndütschi» Kurzgeschichten

Einem Rat von Professor Jean-Rudolf von Salis folgend begann sie zudem, ihre Erlebnisse aus der Jugendzeit im Emmental in Mundart niederzuschreiben. Damit durfte sie in der Region und darüber hinaus mehrmals jährlich Lesungen bestreiten, zum Teil sogar verbunden mit Hackbraten-Kochkursen.

Ihre Familie wollte ihr an der bevorstehenden Weihnacht einen Teil der 50 Geschichten, zu einem Buch zusammengebunden, schenken. Nun kommt es nicht mehr dazu. Doch werfen wir noch einen Blick auf die früheren Stationen. Aufgewachsen war Lis Müller im Emmental. Sie absolvierte eine KV-Lehre, arbeitete in Gemeindeschreibereien und zog nach der Heirat mit Peter Frey 1960 nach Wettingen, dann ins Eigenheim nach Birr und arbeitete als Chefsekretärin bei BBC. In Birr engagierte sie sich in der Gruppe Gemeindeaufbau mit dem Ziel, Neuzuzüger ins Dorfleben zu integrieren. Zudem wirkte sie 9 Jahre lang in der Redaktion des ref. Kirchenboten mit.

Eine aktive, kritische Bürgerin

Schicksalsschläge blieben ihr nicht erspart. Nach der Scheidung verlor sie 1980 bei einem schweren Verkehrsunfall den Sohn Urs. Viele Facetten liessen sich zum Leben von Lis Frey noch anfügen, etwa ihre Leidenschaft für das Sammeln von Elefantenfiguren. Ihre Tochter Monique zieht im Lebenslauf das treffliche Fazit: «Sie war eine aktive Bürgerin, die mitgedacht und mitgearbeitet hat. Sie war kritisch und nicht nur lieb, aber sehr hilfsbereit und engagiert. Wir vermissen sie.»