Lieferdienst
Vom Hofladen zur Haustür: «JackRipe» expandiert rund um den Rohrdorferberg

Der lokale Anbieter von frischen, saisonalen Lebensmitteln aus der unmittelbaren Umgebung bietet seinen Lieferdienst nun auch in den Gemeinden Bellikon, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Stetten, Künten und Remetschwil an. So kommt das Projekt an.

Sarah Kunz
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«JackRipe» will Hofläden und Kunden besser vernetzen. Am 1. April 2021 haben die Verantwortlichen gestartet. Nun expandieren sie.

«JackRipe» will Hofläden und Kunden besser vernetzen. Am 1. April 2021 haben die Verantwortlichen gestartet. Nun expandieren sie.

Bild: zvg

Viele werden ihn noch kennen: den Milchmann. Täglich fuhr er durch die Dörfer und lieferte Milch und Eier frisch ab Hof. Heute ist er dank den unzähligen Grossverteilern faktisch überflüssig geworden. Trotzdem schätzen viele nach wie vor Lieferdienstangebote, die regionale und saisonale Produkte direkt vor die Haustüre liefern. «JackRipe» ist eines von ihnen. Die gleichnamige Firma existiert seit dem vergangenen April und belieferte bis anhin diverse Gemeinden im Freiamt rund um den Mutschellen. Jetzt expandiert der Lieferdienst an den Rohrdorferberg.

Andreas Thut, Gründer von «JackRipe».

Andreas Thut, Gründer von «JackRipe».

Bild: zvg

«Wir hatten den Bezirk Baden schon lange auf unserem Radar», sagt Gründer Andreas Thut. «Es war von Anfang an unsere Absicht, vom Mutschellen aus in andere Regionen zu erweitern.» Auf dem Mutschellen hat sich «JackRipe» mittlerweile etabliert, das Angebot kommt gut an. Deshalb wagen Thut und sein Team nun den nächsten Schritt.

Konkret startet «JackRipe» mit einem Testbetrieb in den Gemeinden Bellikon, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Stetten, Künten und Remetschwil. Die Auslieferungen an die ersten Testerinnen und Tester fanden am 16. und 23. Dezember statt. Thut sagt sichtlich erfreut:

«Wir konnten auf Anhieb rund ein Dutzend Lieferungen tätigen. Die Rückmeldungen sind bislang sehr gut.»

Der Testbetrieb läuft nun noch bis Ende Januar, während dieser Zeit sind die Lieferkosten gratis. Ab Mitte Februar, wenn die Schulferien vorbei sind, wolle das Team dann breiter kommunizieren und das Angebot bekannter machen.

Frisch und lokal: Das schätzt die Kundschaft

Auf der Onlineplattform können die Bewohnerinnen und Bewohner der neu zwölf Orte eine Auswahl von rund 300 lokalproduzierten Produkten kaufen. Diese werden einmal pro Woche durch den «Flying Jack» – einen gekühlten Lieferwagen – bei den Produzierenden abgeholt und direkt vor die Haustür der Kundinnen und Kunden geliefert werden.

Bis jeweils Mittwochs um 15 Uhr kann man eine Bestellung aufgeben, danach werden die Produkte geerntet, verpackt und am Donnerstagnachmittag dann ausgeliefert. Deshalb bezeichnet sich die Firma auch als «modernen Milchmann».

«Zum Zeitpunkt, zu dem jetzt beispielsweise Federkohl bestellt wird, befindet er sich noch auf dem Feld», sagt Thut. «Diese Frische der Produkte schätzt unsere Kundschaft besonders.» Gleichzeitig werde der ökologische Fussabdruck aller Beteiligten durch kurze Transportwege und lokales Handeln klein gehalten und die Wertschöpfung von lokalen Produzenten werde aktiv gefördert. «Lokal heisst für uns ein Umkreis von zehn Kilometern», ergänzt Thut. «Deshalb werden wird Kundinnen und Kunden am Rohrdorferberg nie Walliser Aprikosen anbieten.» Er lacht.

Neue Produzenten kamen ebenfalls hinzu

Dafür gibt es viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten, aber auch Wein, Fleisch oder Müesli. Letzteres stiess erst vor einigen Wochen zum Sortiment von «JackRipe». Produzentin ist Fabienne Bove von «yourbodybase» in Niederrohrdorf. Bove bietet ihr Granola Knusper- Müesli allgemein erst seit einem halben Jahr zum Verkauf an. Mit der Firma habe sie nun einen Vertreiber gefunden, der die gleichen Werte teilt. «Das Prinzip, lokale Produzenten zu fördern und frische Produkte an die Menschen zu bringen, finde ich toll», sagt sie. «Ausserdem kenne ich den Milchmann noch von früher.»

Boves Müesli-Mischung ist handgemacht, glutenfrei, mit regionalem Honig überbacken und mit auserlesenen Nüssen gemischt. Anscheinend kommt es gut an: «Ich war total überrascht, dass ich schon in der ersten Woche Bestellungen erhielt», sagt sie.

Schon länger bei «JackRipe» mit dabei ist hingegen der Hubihof von Erika und Christoph Gehrig aus Bellikon. Sie liefern seit den Anfängen hauptsächlich Bio Angus-Fleisch, aber auch Eingemachtes wie Randensalat oder Apfelmus sowie eigene Urdinkel-Ravioli. «Weil unser Hofladen nicht direkt an einer Hauptstrasse liegt, mussten wir anderweitig auf unser Angebot aufmerksam machen», sagt Gehrig. «JackRipe» kam daher gerade richtig. «Wir sind sehr zufrieden wie der Vertrieb läuft», sagt Gehrig. «An Weihnachten hatten wir sogar Engpässe bei gewissen Produkten.» Dass der Lieferdienst nun auch am Rohrdorferberg vertreten ist, freue ihn sehr. «Ich bin gespannt, wie sich dieses spannende Projekt in der neuen Region weiterentwickeln wird.»

Momentan gilt es, den Lieferdienst an den neuen Orten zu etablieren. Weitere Pläne hat das Team von «JackRipe» aber ebenfalls. Wie Thut sagt, sollen schon im Frühling weitere Gemeinden hinzustossen. Um welche es sich genau handelt, will der Gründer vorerst aber nicht verraten. Nur so viel: Aargauer Gemeinden haben gute Chancen.

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