Ehrendingen

Landwirtschaftsland wird neu verteilt – wenige grosse statt viele zerstückelte Parzellen

Im Dorf gibt es 758 Landwirtschartsparzellen – eine effiziente Bewirtschaftung ist kaum möglich.

Im Dorf gibt es 758 Landwirtschartsparzellen – eine effiziente Bewirtschaftung ist kaum möglich.

Nicht weniger als 756 Parzellen gehören in Ehrendingen 108 Eigentümerinnen und Eigentümern. Nun soll das Landwirtschaftsland neu verteilt werden. Geplant sind wenige grosse statt viele zerstückelte Parzellen– doch wie ist eine faire Vergabe überhaupt möglich?

Eine effiziente Bewirtschaftung der Landwirtschaftsparzellen ist in Ehrendingen zum Teil kaum mehr möglich. Grund dafür: Derzeit sind viele der Flächen klein, zerstückelt und unförmig.

Es gibt nicht weniger als 756 Parzellen, die 108 Eigentümerinnen und Eigentümern gehören. Das Landwirtschaftsland soll darum neu verteilt werden. Das Projekt zur Zusammenlegung und Neuverteilung – die moderne Melioration – läuft bereits seit sieben Jahren. Nun beantragt der Regierungsrat vom Grossen Rat einen Verpflichtungskredit von 2,47 Millionen Franken. Noch dieses Jahr soll darüber abgestimmt werden, heisst es in einer Botschaft des Regierungsrats. Der Bund übernimmt 2,78 Millionen Franken, die Gemeinde 1,29 Millionen Franken und die Grundeigentümerschaft 0,56 Millionen Franken. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Melioration auf 7,22 Mio. Franken.

Vergabe nach einem Punktesystem

Der zuständige Gemeinderat und Vizeammann Markus Frauchiger erklärt: «Es gab 22 Einsprachen gegen das Projekt, über die der Regierungsrat kürzlich entschieden hat. Es ist erfreulich, dass der Regierungsrat grünes Licht gegeben hat und der Kredit nun dem Grossen Rat vorgelegt wird.» Aber bis das Land tatsächlich neu verteilt werden kann, werde es noch einige Jahre dauern. «Die Melioration ist ein Jahrzehnteprojekt.»

Die entscheidende Frage: Wie kann das Land gerecht vergeben werden? Frauchiger erklärt: Die Neuverteilung wird basierend auf einem Punktesystem umgesetzt. Der Boden wurde von einem Fachbüro für Bodenbewertung beurteilt. Die Kriterien waren unter anderem der Ton- und Humusgehalt, Steinanteil, Tiefgründigkeit und das Wasserrückhaltevermögen. In einer zweiten Phase wurde noch die Exposition und Steilheit bewertet; daraus ergab sich eine Punktezahl, die mit der Fläche multipliziert wurde und man erhielt die Bodenpunkte pro Parzelle.

Die Neuzuteilung basiert auf den Bodenpunkten. Die Technische Leitung werde das Land nun nach «ähnlicher Lage und Beschaffenheit» neu verteilen, erklärt Frauchiger. «Das Ziel sind möglichst wenige, aber dafür umso grössere Landwirtschaftsparzellen. Sind die Grundeigentümer mit der Neuzuteilung einverstanden, wird sie im Grundbuch eingetragen und noch amtlich vermessen.

Neue Wege entstehen

Die Melioration wird nicht nur wegen der diversen zerstückelten Parzellen notwendig, die laut Gemeinderat Frauchiger unter anderem durch die Aufteilung des Bodens auf die verschiedenen Erben zu Stande kam. Sondern auch, weil Ehrendingen topografiebedingt von erschwerenden Produktionsbedingungen betroffen ist. Und nicht zuletzt sind die Weganbindungen nicht optimal und die Landwirte müssen regelmässig Umwege nehmen. Rund die Hälfte der Gesamtkosten der Melioration wird darum für den Wegbau verwendet.

Die Vorteile für die Gemeinde wären mannigfaltig, hält der Regierungsrat in seiner Botschaft fest: Neben den positiven Auswirkungen auf die Bewirtschaftung durch die Landwirtschaft gebe es auch positiven Effekte für Gesellschaft, Gemeinde und Umwelt – unter anderem weniger landwirtschaftliche Fahrten in Dorf. In der Gemeinde Ehrendingen gibt es 20 Landwirtschaftsbetriebe. Die meisten betreiben Acker- beziehungsweise Futterbau mit Milchwirtschaft oder Mutterkuhhaltung.

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