Was in Gemeinden wie Baden, Ennetbaden, Würenlos, Ober- und Untersiggenthal bereits eingeführt wurde, soll nun auch in Wettingen geschehen: die Abschaltung der Strassenbeleuchtung während der Nachtstunden.

«Bleiben die Strassenlaternen in den Nachstunden abgeschaltet, kann die Gemeinde Strom sparen und die Lichtverschmutzung senken», sagt Ruth Jo. Scheier, Fraktionspräsidentin der Grünliberalen Wettingen. Dies würde sich zum einen positiv auf die Gemeindefinanzen auswirken. Zum anderen könnten so Flora und Fauna, insbesondere nachtaktive Tiere, geschützt werden. Aus diesem Grund hat die GLP ein Postulat eingereicht, das den Gemeinderat auffordert, die Strassenbeleuchtung in Wettingen von Sonntag bis Donnerstag von 1 bis 5 Uhr auszuschalten. «Die Erfahrungen, die umliegende Gemeinden mit der Nachtabschaltung gemacht haben, sind positiv. Auch in Bezug auf die Sicherheit», sagt Scheier. Dank der Nachtabschaltung würden in Baden mehrere 10'000 Franken gespart, schreibt die GLP in ihrem Vorstoss.

In Baden wird seit rund zwei Jahren die Strassenbeleuchtung fast auf dem ganzen Stadtgebiet von Sonntag bis Donnerstag von 1 bis 5 Uhr ausgeschaltet. Einzig in der Innenstadt und auf gewissen Abschnitten bleiben die Strassenlaternen brennen, beispielsweise zwischen Haselstrasse und Schulhausplatz beziehungsweise auf der Hochbrücke, im Kurpark oder an der Limmatpromenade. «Bisher haben wir keine negativen Erfahrungen betreffend Nachtabschaltung gemacht», sagt Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Baden. Seit der Einführung sei es zu keinen zusätzlichen Einsätzen während der Nachtstunden gekommen, auch habe es keine nennenswerten Vorfälle gegeben. «Sollte es doch einmal zu einem Notfall kommen, haben wir in der Stadt Baden die Möglichkeit, sämtliche Strassenbeleuchtungen wieder einzuschalten», sagt Romann. In den Gemeinden Ober- und Untersiggenthal, die im Zuständigkeitsgebiet der Stadtpolizei liegen, habe man bis jetzt ebenfalls keine negativen Vorfälle registriert, fügt er an.

In Koordination mit dem Kanton

«Wir sind der Meinung, dass in Wettingen ebenfalls keine Befürchtungen bestehen sollten», sagt GLP-Fraktionspräsidentin Ruth Jo. Scheier. Wer mit dem Auto oder Velo unterwegs sei, verfüge sowieso über ein Licht und Fussgänger würden sich schnell an die Dunkelheit gewöhnen, sagt Scheier. Die Grünliberalen schreiben in ihrem Vorstoss, dass eine Nachtabschaltung in Wettingen technisch machbar wäre. «Es müssten vielleicht an verschiedenen Trafostationen geringfügige Änderungen gemacht werden.» Die Umsetzung würde jedoch stets einfacher, da moderne Lampen immer öfter einzeln vom PC aus angesteuert werden könnten, fügt Scheier an.

Die GLP sieht vor, dass während den Nachtstunden das gesamte Siedlungsgebiet dunkel bleiben soll. «Details müsste man aber noch abklären», sagt Scheier. Denn wegen der Verkehrssicherheit favorisiere der Kanton Lösungen mit beleuchteten Kantonsstrassen oder mindestens beleuchteten Fussgängerstreifen. «Ein allfälliges Konzept sollte daher frühestmöglich mit dem Kanton koordiniert werden», sagt Scheier.

Gemeinderat und Energievorsteher Martin Egloff (FDP) findet die Idee, Energie zu sparen, grundsätzlich gut. Jedoch müssten erst Abklärungen getroffen werden, ob und in welchem Ausmass eine Nachtabschaltung überhaupt möglich wäre. «Wir werden den Vorstoss innerhalb der Energiekommission analysieren und danach unsere Haltung unter Einbezug allfälliger Sicherheitsaspekte definieren», sagt Gemeinderat Egloff.