Mobilität

Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Vormarsch: Im Bezirk Baden gibt es bereits 25

Elektroautos benötigen ein dichtes Netz an Ladestationen. (Symbolbild)

Gemäss der Fachgesellschaft «E’mobile» gibt es 25 Ladestandorte im Bezirk Baden. Der neuste ging soeben in Fislisbach in Betrieb. Damit will die Gemeinde der E-Mobilität mehr Schwung verleihen.

In den Badener Parkhäusern Bahnhof und Gartenstrasse stehen seit Dezember je zwei Parkplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Mit der Inbetriebnahme kommt die Stadt Baden dem steigenden Bedürfnis nach und folgt ihrem Energieleitbild aus dem Energiekonzept 2017 bis 2026.

Neben Baden hat sich nun auch die Gemeinde Fislisbach zum Ziel gesetzt, umweltfreundliche Fahrzeuge zu fördern: Seit kurzem ging an der Feldstrasse eine Elektro-Ladestation für zwei E-Fahrzeuge in Betrieb. Diese wurde im Auftrag des Gemeinderats in Zusammenarbeit mit der Elektra Fislisbach und der AEW Energie AG erstellt. Am 1. Februar wird die E-Ladestation offiziell eingeweiht.

«Wir wollen der E-Mobilität in Fislisbach Schwung verleihen», sagt Andreas Mahler (GLP), Fislisbacher Gemeinderat und Ressortvorsteher Verkehr. Für die E-Ladestation wurde ein Betrag von 10'000 Franken ins Budget 2018 eingestellt. «Die E-Ladestation ist für ein längeres Aufladen gedacht. Sprich, zum einen für die Bewohnerinnen und Bewohner, die ein E-Fahrzeug besitzen, jedoch zu Hause keine eigene Ladestation haben. Zum anderen wolle man Pendlern und beispielsweise Handwerkern die Möglichkeit bieten, ihr E-Fahrzeug während der Arbeitszeit aufzuladen.

Für die Benützung der E-Ladestation muss auf der Gemeindekanzlei eine sogenannte RFID-Karte, eine kontaktlose Chipkarte, zum Pauschalbetrag von 100 Franken pro Jahr erworben werden. «Darin ist auch der Strombezug inbegriffen», so Mahler. Nach einem Jahr wird der Gemeinderat überprüfen, wie die Auslastung der E-Ladestation ist. Mit der Inbetriebnahme der E-Ladestation verfügt Fislisbach nun über drei Standorte, an denen Personen ihr E-Fahrzeug aufladen können: Eine Schnellladestation bietet das Landhotel Linde an und eine weitere steht bei der Amag Garage entlang der Oberrohrdorferstrasse.

79 Ladepunkte im Bezirk

Gemäss den Zahlen von «E’mobile», der Schweizer Fachgesellschaft für Elektromobilität, gibt es im Bezirk Baden heute 25 Standorte mit insgesamt 79 E-Ladepunkten, wobei die neue Ladestation in Fislisbach noch nicht erfasst wurde. Die meisten Standorte befinden sich in Baden (7), gefolgt von Spreitenbach (5, siehe Tabelle unten). Hinter den E-Ladestationen befinden sich verschiedene Anbieter. «Mehrheitlich sind es spezialisierte Firmen und Energieverteiler. Hinzu kommen weitere Anbieter wie beispielsweise Detailhändler, Hotelbetreiber, Gemeinden oder Privatpersonen», sagt Claude Pfister, Leiter von «E’mobile». Dabei sei insbesondere das Geschäftsmodell «gratis Strom gegen Dienstleistung» im Aufwind: Wenn beispielsweise Detailhändler und Hotels eine Schnellladestation für die Dauer des Aufenthaltes im jeweiligen Betrieb anbieten.

«Der Markt für Elektromobilität ist noch jung, es wird viel ausprobiert und es gibt grosse Unterschiede», sagt Pfister. So zum Beispiel was die Preise betrifft. «Heutzutage gibt es alles Mögliche, von gratis bis unverschämt teuer. Ob pauschal, pro Kilowattstunde oder nach Zeit: Unterschiedlich ist auch die Einheit der Verrechnung. Welches Geschäftsmodell sich in Zukunft durchsetzt, werde sich weisen, so Pfister.

In der Kaffeepause aufladen

Und wie wird sich die Anzahl Standorte entwickeln? «E-Ladestationen wachsen mit dem Bestand von E-Fahrzeugen; und letztere Verkäufe steigen weiter an», sagt der Leiter von «E’mobile». Zur Veranschaulichung: Gemäss der kantonalen Motorfahrzeugstatistik 2018 waren im Aargau 1574 (2017: 1226) Personenwagen mit einem Elektromotor eingelöst, 6594 verfügten über einen Hybridantrieb (2017: 5668). «Weitere E-Ladestationen werden insbesondere entlang der Hauptachsen auf Langstrecken, sprich Autobahnen, entstehen. Schnellladestationen also, bei denen das Fahrzeug in der Kaffeepause mit dem notwendigen Strom für die Restreichweite aufgeladen wird», erklärt Pfister. Dies, weil zwischen 80 und 90 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause über Nacht oder am Arbeitsplatz erfolgen würden.

Was die Entwicklung in der Region betrifft, hat beispielsweise die Stadt Baden noch in diesem Jahr vor, neben den Parkhäusern Bahnhof und Gartenstrasse auch die Parkhäuser Ländli sowie Theaterplatz mit E-Ladestationen auszurüsten.

Autorin

Carla Stampfli

Carla Stampfli

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