Baden

Kunst auf dem «Werkk» oder farbige Flecken als Symbol für Jugend

Sonja Feldmeiers Kunstwerk «Funken Flunkern» auf dem Dach solldas neue Wahrzeichen des Jugendkulturlokals Werkk werden. Daniel Vizentini

Sonja Feldmeiers Kunstwerk «Funken Flunkern» auf dem Dach solldas neue Wahrzeichen des Jugendkulturlokals Werkk werden. Daniel Vizentini

Das Kunstwerk «Funken Flunkern» von Sonja Feldmeier auf dem Dach des Anbaus bei der Alten Schmiede in Baden hat mehr mit Jugendlichen zu tun, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Es soll das neue Wahrzeichen des Jugendkulturlokals Werkk werden.

Zwei glitzernde Augen blicken vom Dach des «Werkk» auf dessen Vorplatz herunter. Das Kunstwerk besteht aus Abertausenden von runden, kleinen Plastikplättchen, die schimmernd den Bewegungen des Windes folgen.

Die in Oberrohrdorf aufgewachsene Künstlerin Sonja Feldmeier liess sich für ihr Kunstwerk mit dem Namen «Funken Flunkern» von den Augenzeichnungen auf Schmetterlingsflügeln inspirieren. Die Verbindung der Schmetterlingszeichnungen mit dem Jugendlokal kommt für die Künstlerin auf verschiedene Arten zustande.

Ihre Recherchen führen ins frühe 20. Jahrhundert zurück: «Der Schmetterling wurde damals mit Jugend assoziiert. Es ist ein Tier, das Wandlung und Metamorphose symbolisiert», sagt sie. Auch gelöst von dieser historischen Bedeutung schien der Schmetterling für Feldmeier ein geeignetes Symbol.

Neues Wahrzeichen: Sonja Feldmeiers Kunstwerk «Funken Flunkern wird auf den Neubau neben der Alten Schmiede gehievt.

Neues Wahrzeichen: Sonja Feldmeiers Kunstwerk «Funken Flunkern wird auf den Neubau neben der Alten Schmiede gehievt.

Das Prinzip der Augenzeichnungen auf den Flügeln heisst Mimikry, die Falter schützen sich so gegen Feinde, indem sie vortäuschen, gefährlicher zu sein als sie eigentlich sind. Mit einem Augenzwinkern will Feldmeier so auf jugendliche Verhaltensmuster von Nachahmung und Abgrenzung hinweisen, die der Identitätsfindung dienen.

Aufwendige Konstruktion

18 000 Plättchen sind es, die den Betrachter des Kunstwerks in ihren Bann ziehen. Jede Einzelne wurde von Sonja Feldmeier mit einer Lackpistole eingefärbt, damit ein sanfter Farbverlauf entsteht. Mit dem Zürcher Architektenbüro Ladner Meier, das für den Umbau der alten Schmiede zuständig war, hat die Künstlerin ein Untergestell aus Metall entworfen.

Auf diesen Stützen soll das Kunstwerk als urbane Werbetafel auf dem Dach des Turms prangen. Innerhalb des Kunstwerks bilden die fragilen Pailletten einen spannungsvollen Kontrast zur stählernen Trägerkonstruktion. Vom Entwicklungsprozess bis zum fertigen Kunstwerk sei gemäss Feldmeier ein Jahr vergangen. Das insgesamt 800 Kilogramm schwere Kunstwerk wurde mit einem Kran auf das Dach gehievt.

Funken Flunkern

Können die filigranen Einzelteile kräftigen Windböen standhalten oder muss bei Sturm mit Plättchen-Regen gerechnet werden? Julius Schulz von der Abteilung Planung und Bau der Stadt macht sich da keine Sorgen. «Das Kunstwerk kann einiges aushalten, bei der Konstruktion konnte auf Erfahrungswerte mit dem Wind zurückgegriffen werden. Zudem befindet sich hinter den schwingenden Plättchen eine Stahlplatte, die den Wind abhält», erklärt er.

Die Reaktionen auf das Kunstwerk seien bis jetzt ausnahmslos positiv gewesen. Mit einer Beleuchtung ist das Kunstwerk bis jetzt noch nicht versehen worden, doch ein geeigneter Standort für eine Leuchte sei schon bestimmt worden. Ob die Augen zukünftig auch im Dunkeln strahlen können, wird gemäss Schulz noch abgeklärt.

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