Baden
Kulturlokal: Im Royal freut man sich auf die kommende Saison

Das Kulturlokal startet in seine voraussichtlich vorletzte Saison. Diese gelte es, noch voll auszukosten, ungeachtet der ungewissen Zukunft des historischen Gebäudes sowie des Vereins «Royal» selber.

Leonie Voelkin
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Die Royal-Gesichter Andi Hofmann, Fränzi und Marc Angst.

Die Royal-Gesichter Andi Hofmann, Fränzi und Marc Angst.

Leonie Voelklin

Trotz aller Ungewissheit – beim «Royal» handelt es sich nur um eine kulturelle Zwischennutzung. Doch steht das Saisonprogramm fest. Am 12. September startet das «Royal» in die vierte Saison. Die Saisoneröffnung findet mit «Peter Kernel» und «Fai Baba» statt. Für ein zur musikalischen Explosion passendes visuelles Fassaden-Feuerwerk sorgen «King of Trash» und weitere Videokünstler.

Mit Poetry Slam von Stoffwechsel geht es am Samstag 13. September weiter. An der Veranstaltung «Grandmasters of Poetry» treffen «Wehwalt Koslovsky» und «Frank Klötgen», zwei aus der Poetry- und Spoken Word Szene, aufeinander. Am darauffolgenden Wochenende sind «Roy and The Devil’s Motorcycle» zu Besuch im Kulturbetieb. Sie treten auf, nachdem das Publikum in den Genuss des Schweizer Films «Tino – Frozen Angel» gekommen ist, dazu spielten «Roy and The Devil’s Motorcycle» den Soundtrack ein.

Ein solcher Abend gilt als Paradebeispiel für das «Royal»: Die Künste verbinden, indem das Programm zusammenhängend gestaltet ist und sich musikalisch und visuell ergänzt. Dieser und viele andere interessante Abende sind geplant und im Programm aufgeführt. Die Donnerstagsbar und die Sonntagsbar laden ein, um gemütlich etwas zu trinken und «sich aus dem Sommer zu schleichen». Andi Hofmann, Royal-Mitbetreiber verrät: «Eine Schweizer Kultband hat ein Lied; eine Hommage an das ‹Royal› und an ‹Marie Antoine› aufgenommen.» Wann es rauskommt und von wem die Single ist, sei noch ein Geheimnis.

Vom Lichtspielhaus zum «Royal»

Das «Royal» wurde von der französischen Bauherrin und Kinopionierin «Marie Antoine» im Jahr 1913 als «Cinéma Radium» eröffnet. 1935 übernahm Konkurrent «Sterk» das Lichtspielhaus und benannte es um von «Radium» in «Royal», um dem Kino mehr Exklusivität zu verleihen. Das «Royal» ist das älteste Kinogebäude des Kantons und eine der frühsten noch existierenden Kinobauten der Schweiz. Bis im Jahr 2008 war es als Studiokino in Betrieb, später übernahmen die heutigen Betreiber, die jetzt um die Zukunft des geschichtsträchtigen Ortes bangen.

Künstler sowie Besucher sind schockiert, wenn sie erfahren, dass dem royalen Kulturbetrieb das Ende droht und die einmalige Kulisse dieser historischen Räumlichkeit dem Erdboden gleichgemacht werden soll. In einer Stellungnahme schreibt das «Royal» im Juni dieses Jahres: «In den verbleibenden zwei Jahren werden wir uns zusammen mit den befreundeten Mitveranstaltern deshalb nochmals besonders Mühe geben, den vielfältigen und charakteristischen Kulturbetrieb weiterzuentwickeln, auch in der leisesten Hoffnung, dass dieser vielleicht längerfristig eine Chance bekommt.»

Denn die Betreiber sind sich bewusst, dass sie ein Abrisshaus gemietet haben. «Es passiert einfach nichts, wir sind und waren auch in den letzten drei Jahren in einem wolkigen Dasein. Seitens der Stadt gab es noch kein klares Bekenntnis», sagt Betreiber Marc Angst. Das Ende des «Royal» würde ein Aus für ein ganzes Kulturnetz bedeuten. Ein Grund mehr jetzt schon auf den Abschlussabend hinzuplanen, Ideen zu sammeln und versuchen noch mehr Kulturperlen ins Programm aufzunehmen. Die steigende Nachfrage von Veranstaltern das «Royal» zu nutzen, bestätigt die Betreiber.

Die royale Einzigartigkeit

Die Veranstaltungen im «Royal» zeichnen sich durch ihre multimediale Form aus, Visuelles und Musikalisches werden immer wenn möglich kombiniert. Das Publikum weiss das zu schätzen, nur stellt sich die Frage, wohin gehen diese Leute, die von weiter her kommen, wenn es das «Royal» nicht mehr gibt? Die Lage und die Art des «Royal» sei nicht ersetzbar. Es bietet Dach und Rahmen, der für fixe Veranstaltungsgruppen und Co-Veranstalter. Man bedenke, das «Royal» ist ein wichtiger Standort und Kulturschauplatz für internationale Veranstaltungen in Baden. Erwähnenswert ist die Kooperation mit dem «Fantoche Festival für Animationsfilm» oder dem «Figura Theater Festival», die beide die Badener Kulturszene prägen.

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