Ein Zürcher und ein Aargauer kommt das gut? Wenn damit das Duo Calva gemeint ist, auf jeden Fall. Kurz vor dem finanziellen Ruin geben die beiden Cellisten Alain Schudel und Daniel Schaerer alles, um sich über Wasser zu halten. Wenn es sein muss, zerreissen sie Johann Sebastian Bachs Sinfonie und spielen die Hälfte, oder geben alle Variationen des «Ave Maria» kniend zum Besten. Am Freitagabend begeisterten sie in der Zähnteschüür mit ihrem einzigartigen Humor und mit musikalischem Talent der Spitzenklasse.

Wenn ich gross bin, werde ich Jodlerin. Ein Traum, den Nadja Räss schon seit Kindheitstagen im Herzen trägt und Stück für Stück erreicht hat. Die Zähnteschüür in Oberrohrdorf hat sich auf ihr Konzert mit Markus Flückiger schon wahnsinnig gefreut. Der Workshop war schnell ausgebucht und rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen, um gemeinsam mit ihr zu jodeln.

«Selten habe ich die Leute so fröhlich und aufgestellt aus einem Workshop kommen sehen», meint Monika Känzig, Mitglied der Kulturkommission. Jodeln muss eine magische Wirkung haben. Am Konzert erscheinen fast doppelt so viele Leute. Das Kulturfeuerwerk, welches das Duo Calva am Freitag gezündet hat, ging am Samstag über in ein musikalisches Höhenfeuer. Viele Besucher verliessen den Raum mit Gänsehaut und einem breiten Strahlen auf dem Gesicht.

Der Sonntag wurde der Familie gewidmet. Gemeinsam brunchten Mütter, Väter, Kinder und Grosseltern in der Zähnteschüür. Anschliessend blieben viele, um den Morgen mit einem Kinderliederkonzert abzurunden. Christian Schenker hat einen ganz besonderen Draht zu Kindern. Er sang sich in ihre Herzen, brachte sie zum Hüpfen und Tanzen und entlockte auch den Erwachsenen ab und zu ein Schmunzeln.

Mit diesem dichten Programm feierte die Kulturkommission kein Jubiläum. Vielmehr ging es darum, Danke zu sagen und die Kultur gemeinsam wertzuschätzen. (az)