Kunst kann jung sein. Sie kann hängen, stehen, kleben, liegen oder im Moment entstehen. Am Wochenende war in der Stanzerei in Baden genau diese Kunst zu bewundern. Mit der Ausstellung «Guck mal Günter, Kunst!», boten jungen Organisatoren Gleichaltrigen die Möglichkeit ihre Ideen und Kreationen in unterschiedlichster Form zu präsentieren.

«Es ist schade, wenn solche Werke einfach zu Hause liegen bleiben oder die Motivation, fehlt sie fertig zu stellen.» Die Mitorganisatorin Michelle Jegge kennt dieses Problem selbst. Vor allem junge Leute, die keine Kunstschule besuchen, hätten kaum Raum, um ihre Ideen zu präsentieren. «Wir versuchen mit unserem Projekt junge Künstler zu motivieren», erklärt Jegge den Plan hinter der Ausstellung. Mit dem Badener Fabian Frei und Antonia von Arx ging sie vor ein paar Monaten auf die Suche nach kreativen Köpfen aus dem Kanton. Erwünscht war beinahe alles. «Uns war es wichtig, den Künstlern möglichst viele Freiheiten zu lassen, deshalb haben wir nun eine Mischung aus verschiedensten Stilformen.» So reihte sich Fotografie an Street Art und Malereien bedeckten den Boden.

Ein Projekt für den Aargau

Während die 19-26 jährige Aargauer in der Stanzerei ihre Werke ausstellten, wurde vor dem Eingang ein Auto mit Sprayfarbe, Hammer und Klebeband zum Opfer der Kunst. Die Graffiti-Artisten Manuel Scepka und Mauro Masciovecchio gestalteten im Rahmen der Ausstellung ein Fahrzeug und lockten neugierige Passanten in die Stanzerei. «Es sind viele Leute gekommen und was mich noch mehr freut, es sind ganz unterschiedliche Besucher. Das liegt vielleicht auch daran, dass unsere Künstler nicht dem klischeehaften Prototyp entsprechen.» So stiess man im Rundgang durch die Stanzerei auf elegante Grossmütter, tätowierte Väter und junge Freigeister.

Wie es mit dem Kunstprojekt weitergehen soll, will Jegge noch offen lassen «Wir hoffen, dass unsere Idee Anstoss gibt und andere Projekte im Kanton entstehen.» Mit «Günter guck mal, Kunst!» will das Team auch in weiteren Regionen im Aargau auf sich aufmerksam machen. «Wir sind im Gespräch mit Lenzburg», verrät Jegge. Doch für den Auftakt sei Baden die perfekte Plattform gewesen. «Hier gibt es bereits eine lebendige Kulturszenen und die Stadt hat uns stark unterstützt.»

Trotzdem findet Jegge, dass junge, unbekannte Künstler im Aargau noch mehr gefördert werden könnten. «Wichtig ist, dass mehr Raum geboten wird. Denn bereits aus einem Raum kann man unglaublich viel herausholen.»