Nachruf

Koni Schiblis Herz schlug für die guten Dinge im Leben

Koni Schibli (16.5.1939–26.8.2019).

Koni Schibli (16.5.1939–26.8.2019).

Der gutmütige alt Stadtpolizist verstarb in seinem 81. Lebensjahr.

Wie gerne wäre der ehemalige Schweizergardist Koni Schibli Anfang Monat bei der grossen Zentraltagung der Schweizergardisten in Baden dabei gewesen. Doch kurz vor seinem 80. Geburtstag musste er sich in Spitalpflege begeben.

Dort hat am 26. August sein gutes Herz aufgehört zu schlagen. Ein Leben voller Leidenschaft und Engagement ist damit zu Ende gegangen. Die grosse Trauergemeinde, die zum Abschied in die Abdankungshalle Liebenfels kam, sprach ihm den Dank aus für sein Wirken.

Koni Schibli wuchs zu Kriegszeiten unter Entbehrungen in Killwangen auf. Sehr früh verunglückte sein Vater tödlich. Die Mutter brachte die Familie mit ihm und seiner Schwester Rosmarie in harter Arbeit durch.

Das fehlende Geld liess den Besuch der Bezirksschule in Baden nicht zu. So lehrte er Modellschreiner bei der Leichtmetall AG in Neuenhof. Danach folgte die Rekrutenschule bei den Grenadieren im Tessin, was ihn ein Leben lang mit Stolz erfüllte.

Nach kurzer Zeit bei der Maschinenfabrik in Oerlikon heuerte er bei der päpstlichen Schweizergarde an. Die zwei Jahre in Rom weckten in ihm die ewige Leidenschaft für die italienische Kultur samt Küche und Wein. Viele Jahre organisierte und leitete er später Reisen nach Rom und durchs Piemont. Seine Lust, zu wandern, zu reisen und andere Gegenden zu entdecken, teilte er ein Leben lang auch mit Frau und Kindern.

Nach Rom wurde er Ortspolizist in Arosa, dann wechselte er zur Motorfahrzeugkontrolle in Chur, wo er Heidi Ott kennen lernte. Dem Stelleninserat der Stadt Baden für einen Polizeibeamten konnte er nicht widerstehen. So zog das junge Paar in die Bäderstadt, wo bald Patrik und Priska zum Stolz der Eltern wurden, später ergänzt durch zwei Enkelkinder.

Viele Badenerinnen und Badener lernten Koni Schibli als Stadtpolizisten kennen, der das Herz am richtigen Fleck hatte und den Humor nie zu kurz kommen liess. Wo es statthaft war, drückte er mal ein Auge zu.

In den 40 Jahren war er zudem Marktchef und Lebensmittelkontrolleur. Über das Pilzsammeln mit seiner Frau hinaus besorgte er sich viel Wissen als Pilzkontrolleur.

Sein grosses Engagement machte ihn in Baden zu einer zentralen Figur. In bester Erinnerung bleibt das Pilzstübli vor dem Polizeiposten, wo Koni Schibli als Gastwirt an den Badenfahrten wirkte. Höhepunkt war das Baregg-Fest im Jahr 2003, wo der Pilzverein, den er einige Jahre präsidiert hatte, zur Herzoghütte lud.

Aktiv bis ins hohe Alter betätigte sich Schibli in der Schützengesellschaft der Stadt Baden. In erster Linie war er jedoch treuer Fan der Leichtathletik und der Städtli-Handballer. Er half, die LV Wettingen-Baden ins Leben zu rufen, ebenso den Tägi-Cross und den Stadtlauf, heute Limmatlauf.

Viele Jahre akquirierte er die Inserate für den «Stadtturner». Er wurde zum Ehrenmitglied des Stadtturnvereins, mit dem er auch durch gesellige Anlässe wie Ausflüge zum Vereinshaus auf den Oberberg verbunden war.

Mit der zunehmend eingeschränkten Mobilität kam Koni Schibli nur schlecht zurecht. Hie und da war er noch bei einer Jassrunde dabei, wo er seinen Scharfsinn aufblitzen liess. Die letzten, oft mühevollen Spaziergänge führten ihn zusammen mit Ehefrau Heidi bis zum Dättwiler Weiher und zurück in den Ziegelhau.

So gerne wäre er am «Weltklasse Zürich» auf der Tribüne gesessen. Er, der als belesener Sportfanatiker alle Bestleistungen der Leichtathletik kannte. Er, der kaum zur Ruhe kommen konnte. Nun wurde er zu seiner letzten Ruhe geholt.

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