Turgi

Knatsch in heiliger Zeit: Gläubige werfen Kirchgemeinde Geldgier vor

Kirche in Turgi

Kirche in Turgi

In Turgi soll die reformierte Kirche abgerissen und durch einen Gebetsraum ersetzt werden. Das lassen sich einige Kirchgänger aber nicht bieten. Sie wollen nun das Referendum ergreifen.

Turgi, Gebenstorf und Birmenstorf sind eine gemeinsame Kirchgemeinde. Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung hat mit Zweidrittelmehrheit vor Wochenfrist entschieden, die Kirche aus dem Jahr 1960 abzureissen. Nun wehren sich Kirchgänger aus Turgi gegen den Abriss. Sie seien bei der Abstimmung überstimmt worden von den Reformierten aus Gebenstorf und Birmenstorf. Gegen die Abstimmung wollen sie das Referendum ergreifen.

Reformierte aus Turgi wehren sich gegen Kirchenabriss.

Reformierte aus Turgi wehren sich gegen Kirchenabriss.

Heinz Engler war vor 50 Jahren Bauführer. Er sagt gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1: «Wir Reformierten aus Turgi haben immer brav geholfen zu zahlen an die gemeinsame Kirchgemeinde, aber haben eindeutig zuwenig zurückbekommen.» Bei den Turgemer Refomierten heisst es, Birmenstorf und Gebenstorf seien von Geldgier getrieben und seien nur am wertvollen Grundstück interessiert. Dort sollen nämlich jetzt Alterswohnungen gebaut werden. Für die Turgemer Reformierten gibt es nur noch einen Gebetsraum.

Ironie an der Geschichte: Vor rund 40 Jahren war Gebenstorf in einer ähnlichen Situation wie Turgi heute: Auch dort sollte die baufällige Kirche abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Erst nach hitzigen Diskussionen und einem Referendum wurde entschieden, die Kirche doch zu sanieren. Auch mit finanzieller Unterstützung aus Turgi. (fam)

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