Heidi, Matterhorn und Schokolade reichen heute längst nicht mehr aus, um die Swissness eines Produktes herauszustreichen und auf internationalem Boden erfolgreich zu sein. Ebenso können Schweizer Produzenten Qualität und Präzision nicht mehr allein für sich beanspruchen.

Forum-Initiant Armin Baumann hatte ein aktuelles Thema gewählt: «Swissness: Entität oder Identität – Wie viel Swissness erträgt der Markt, wann ist sie unterstützend, wann kontraproduktiv?»

Ohne dass er direkt Schuldige ansprechen wollte, wies Baumann auf mangelnde Qualität von Produkten oder Dienstleistungen sowie Verhaltensweisen von Firmen im internationalen Umfeld hin, die der Swissness auch schaden würden. Die Schweizer Politik wurde dabei nicht ausgeklammert, womit zweifellos die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative mitgemeint war.

Mit rund 330 Vertreterinnen und Vertretern von Schweizer Unternehmungen ist das Interesse am insgesamt 12. KMU Swiss Forum etwas hinter den Auflagen in den Vorjahren zurückgeblieben. Zwar standen einige interessante Referentinnen und Referenten auf dem Programm, wenn auch die ganz grossen Namen diesmal ausblieben. Erneut führte Hugo Bigi durch das Programm und entlockte den Referenten mit gezielten Fragen weitere Statements.

Tradition und Innovation

Für Networking blieb den Tagungsteilnehmern im Trafo während der Pausen sowie beim Mittags-Stehlunch genügend Zeit zur Verfügung.

«Es ist wie in der Politik: Man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat», nahm Rebbauer Bruno Hartmann ein geflügeltes Wort zum Einstieg. Er zeigte auf, wie sich sein Familienunternehmen mit Tradition und steter Innovation erfolgreich gehalten hat.

Innovation und Neudefinition von Swissness gehört zum Alltag von Pascal Jenny, Tourismusdirektor von Arosa. Der ehemalige Spitzenhandballer schilderte, wie der traditionelle Tourismus trotz steigender Freizeitaktivitäten gegen rückläufige Zahlen kämpft. Um Swissness geht es auch beim Getränkehersteller Rivella. Wie schwer es ist, damit auf dem ausländischen Markt Fuss zu fassen, schilderte Alexander Barth, VR-Präsident der Rivella-Gruppe.

Den Frauenanteil hielt das Forum zumindest am Rednerpult hoch. Barbara Messmer, Verwaltungsratsmitglied der Firma wb form AG (Wohnbedarf) und VR-Präsidentin deren Schwestergesellschaft eröffnete den Reigen. Sie referierte zur Bedeutung der Swissness im Bereich von Designermöbeln, deren Bestandteile doch zu einem erheblichen Teil aus dem Ausland stammen würden.

Mit Franziska Tschudi Sauber, VR-Delegierte und CEO der Wicor-Gruppe (Elektrotechnologie), zeigte die Attribute auf, die von Industriekunden mit Swissness heute verbunden würden. «Nach einer Niederlage immer wieder aufstehen – einmal mehr als man hingefallen ist», lautet die Devise von Katja Porsch. Sie stellte die Motivation ins Zentrum. Den Abschluss der Referenten bildete Peter Maritz, der bei ABB Schweiz mit der Generatorschalter Fabrik in Oerlikon den Industrie Award «Beste Fabrik Europas» gewann.