Baden

Klingelnde Kassen, volle Geschäfte: In Baden herrscht nach dem Ende des Lockdown wieder Hochbetrieb

In den Badener Geschäften herrscht seit dem Ende des Lockdown wieder Hochbetrieb – und zumindest aus finanzieller Sicht beinahe der Normalzustand wie vor der Pandemie. Besonders gefragt sind derzeit Bücher und Kleider.

Vor gut zwei Wochen ist in Badens Einkaufsmeile wieder das Leben zurückgekehrt. Bunt dekorierte Schaufenster und Geschäftsauslagen locken das kaufende Volk nach dem Ende des Lockdowns wieder in die zahlreichen kleinen und grossen Läden, in denen nun wieder die Kassen klingeln. Über viel Kundschaft darf sich beispielsweise die Buchhandlung Doppler an der Badstrasse freuen. Mit jedem seit dem 11.Mai verstrichenen Tag nähern sich die Verkaufszahlen mehr denen vor der Coronakrise an. Zumindest aus finanzieller Sicht herrscht nach der Durststrecke fast schon wieder Normalzustand.

«Wir sind positiv überrascht. Offensichtlich besteht Nachholbedarf. Die Kunden haben spürbar das Bedürfnis, wieder vor Ort durch die Bücher zu schnuppern», sagt Christine Siegrist, Leiterin von Bücher Doppler. Nebst den Samstagen ist auch unter der Woche ungewohnt viel los. Bereits während des Lockdown durfte sie auf die Solidarität ihrer Kundschaft zählen, dank portofreiem Versand und einer eigens eingerichteten Abholstation wurde die Zeit ohne Kundenkontakt überbrückt.

Bücher zum Thema Reisen besonders gefragt

Nach nun wieder ermöglichter Beratung gehen bei ihr Bücher aller Art über die Ladentheke. Besonders gefragt ist Literatur zum Thema Reisen in der Schweiz. Alles was mit Ausflugstipps, Wandern oder Velofahren zu tun hat, wird derzeit gerne gelesen. «Natürlich im Gegensatz zu all den Reiseführern, die sich um Ferien im Ausland drehen», wie Siegrist anmerkt. Während ihrer Einkäufe zeigen sich die Kunden diszipliniert, was die neue Normalität mit all ihren Einschränkungen betrifft. «Man passt auf und ist vorsichtig unterwegs, aber die Stimmung ist durchaus gut», so Siegrist.

An der Papeterie Höchli ging der ganz grosse Ansturm zwar vorbei. Für Inhaber Robert Sailer kommt dies aber kaum überraschend. Wer seinen Laden im Bereich Bahnhof West betritt, der weiss schliesslich schon im Vorhinein genau, welche Produkte er benötigt. Laufkundschaft, die «schnöiggend» durch die Gänge streift, gab es bei ihm schon zuvor nicht. «Unsere Kunden kommen gezielt zu uns, wenn sie einen bestimmten Artikel benötigen. Die Kundschaft ist nun wieder da, obschon die Kaufbereitschaft doch verhaltener als sonst ist», sagt Sailer. Weil selten mehr als zwei Personen vor Ort sind, bereitet es weder ihm noch der Kundschaft Mühe, die geltenden Abstandsregeln stets einzuhalten. Trotzdem werden die Schutzmasken ab und an montiert: «Dies vor allem, wenn wir den Kunden Artikel vorführen, beispielsweise Schreibgeräte.»

Kaum Masken bei den Kunden

Bei Nicole Buccianelli, Geschäftsleiterin des Bekleidungsgeschäfts Laube & Gsell, herrscht reger Betrieb. Am ersten Samstag nach dem Ende des Lockdowns musste sie zeitweise gar Kundinnen und Kunden draussen zum Warten vertrösten, da die erlaubte Anzahl von 35 Personen ansonsten überschritten worden wäre. Auch unter der Woche ist viel los: «In den vergangenen zwei Wochen hatten wir immer zu tun, es war viel Kundschaft da.»

Trotz des Ansturms werden die Hygienemassnahmen laut der Geschäftsführerin gut eingehalten. Nur ab und an muss die Kundschaft zum Abstand halten ermahnt werden. Während das ganze Team Masken trägt, so gebe es unter den Kunden wiederum nur wenige, welche sich entsprechend schützen. Dafür verteilt sich der Kundenfluss im grossen Gebäude gut. So wurde unbeschwert querbeet alles in die Tüten gepackt, vom warmen Pullover bis hin zu sommerlichen Kleidern.

Einen bestimmten Verkaufsrenner gibt es nicht. Viele Stammkunden geniessen es nur schon, einfach wieder vor Ort sein zu können. «Die Kunden haben Freude, dass sie wieder durch die Gänge stöbern und Kleider kaufen dürfen. Das ist schon spürbar», sagt Nicole Buccianelli.

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