Spreitenbach

Kinderfasnacht fand vor Corona-Alarm statt – war auch eines der heute unter Quarantäne stehenden Kinder dabei?

In Spreitenbach hat am Samstag die Kinderfasnacht stattgefunden – mit Bewilligung des Kantons. Ob auch eines der unter Quarantäne stehenden Kinder dabei war, ist nicht klar. Die Veranstalter gehen davon aus, dass dies nicht der Fall war.

Ein 31-jähriger Kindergarten-Lehrer, der im Kindergarten Langäcker in Spreitenbach arbeitet, hat sich vor einer Woche mit dem Corona-Virus (COVID-19) infiziert, als ihn Familienangehörige aus Norditalien besuchten. 44 Spreitenbacher Kindergarten-Kinder kamen deshalb in Quarantäne. Das teilte am Sonntagnachmittag der Kanton mit. Sie müssen 14 Tage lang zu Hause bleiben.

Noch am Samstag fand in Spreitenbach die Kinderfasnacht statt, die traditionell von der Spreitenbacher Guggemusik "Bräusi-Vögel" durchgeführt wird. Zuerst fand der Umzug statt und danach in der Turnhalle Boostock die Maskenprämierung. Ob eines der 44 betroffenen Kinder ebenfalls an der Fasnacht mit dabei war, kann Reto Lienberger, Präsident der "Bräusi-Vögel", nicht sagen: "Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir betreffend Kontakt-Nachverfolgung vom Kanton etwas gehört hätten, wenn es so wäre", sagt er.

Es seien zwei Kindergartenklassen von einem anderen Schulstandort mit dabei gewesen, die etwas für den Umzug vorbereitet haben, so Lienberger weiter. Einerseits sei der Vorstand natürlich erleichtert, dass nicht die betroffenen Kinder selbst an der Vorbereitung beteiligt waren, andererseits hält er den aktuellen "Hype" um den Coronavirus trotzdem für etwas übertrieben. "In erster Linie sind wir einfach froh, dass die Kantonsärztin den Anlass bewilligt hat", sagt er. „Die Kinder haben lange dafür gebastelt und sich sehr darauf gefreut.“ 

Die Organisatoren hätten sich beim Einlass der Besucher in die Turnhalle Boostock auch wie vom Kanton vorgeschrieben verhalten: "Leute, die krank sind oder vor kurzem auf Reisen waren, wurden auf grossen Plakaten gebeten, die Halle nicht zu betreten. Da vertrauten wir natürlich auch darauf, dass die Leute ihre Verantwortung wahrnehmen." (cla)

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