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Keiner mixt in der Schweiz so gut wie der Badener Barkeeper

Armando Archundia ist der beste Bartender der Schweiz

Armando Archundia ist der beste Bartender der Schweiz

Armando Archundia vom «Hirschli» in Baden ist der beste «World Class Bartender» der Schweiz. Im Juli wird er am Finale in Rio mit den Weltbesten kämpfen.

Seine Augen strahlen vielleicht noch ein bisschen mehr, wenn er hinter dem Bartresen im «Hirschli» in Baden steht. Armando Archundia hat auch allen Grund dazu: Der Barkeeper wurde in London soeben zum besten Bartender der Schweiz gekürt.

«Das ist absolut unglaublich. Ich bin sehr stolz darauf, die Schweiz beim World Class Finale in Rio vertreten zu dürfen», freut sich der gebürtige Mexikaner, der seit bald 16 Jahren in der Schweiz arbeitet.

Armando Archundia, der beste Bartender Badens, mixt einen Tequila sauer

Armando Archundia, der beste Bartender der Schweiz, mixt einen Tequila sauer

Im Aargau war er unter anderem Bar-Chef in der Badener Bar Mojo und im Aarauer Restaurant Einstein. Seit Anfang Jahr arbeitet er im «Hirschli». «Das ist definitiv das Highlight meiner Karriere.»

Cocktail mit Rauch-Infusion

Für den Wettbewerb in London musste er insgesamt 8 Drinks präsentieren, darunter auch zwei eigene Kreationen. Der erste ist ein Früchtecocktail mit Ginger, Limettensaft, Tamarinde-Früchten, Guave-Nektar, Holunderblüten-Likör, Zuckersirup und Tanqueray-Gin.

Der zweite ein Cocktail mit Tequila, Martini Rosso, Noilly Prat und Schokolade - eine Hommage sozusagen an Archundias Ländern Mexiko und der Schweiz. Das Ganze hat er mit einer Rauch-Infusion von Tabak, Pistache und Capucchino veredelt.

Die Gewinner der World Class Bartender in London

Die Gewinner der World Class Bartender in London

Der 42-Jährige sieht sich als eine Art Bar-Alchimist. Man müsse die Zutaten sehr gut kennen, erzählt er. Nicht nur die Spirituosen an sich, sondern auch die Säfte, Kräuter, Früchte, Zucker und Eis. Und selbst in Sachen molekularer Cocktails kann sich der Bartender als Fachmann ausweisen.

Die Kunst des Cocktail-Mixens liegt gemäss Archundia in der Harmonie der Zutaten. «Ein Cocktail darf nicht zu sauer, zu süss oder zu alkoholisch sein.» Mit seinen Kreationen hat er offensichtlich die richtige Balance getroffen.

Eigenes Geschirr aus den 20er Jahren

Massgeblich beeinflusst dürfte seinen Erfolg auch haben, dass er stets mit seinen eigenen Utensilien unterwegs ist. Er benützt einen Vintage-Shaker, Gläser und Geschirr aus den 20er Jahren. «Das kommt immer sehr gut an und ermöglicht zum Beispiel, dass ich die Cocktails viel rascher kalt schütteln kann», erklärt der Profi.

Denn an solchen Wettbewerben ist auch die Zeit ein wichtiger Faktor. Meist stehen den Bartendern nur gerade 5 Minuten fürs Mixen zur Verfügung.

Ein bisschen mehr Zeit hat Armando Archundia nun, sich auf das Finale in Rio vorzubereiten. Chancen, im Juli einen der vorderen Ränge zu erreichen, rechnet er sich durchaus aus. «Ich kann ziemlich gut mit Kräutern und Früchten umgehen. Und ich bin kreativ und mache das wirklich aus Leidenschaft.»

Lockt dann der Sprung in ein Luxushotel irgendwo in einer Metropole? «Nein, überhaupt nicht. Ich fühle mich wohl im Aargau und mag die Gäste vom ‹Hirschli›.»

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