«Wir wollen es sanieren und müssen es sanieren», sagt Wettingens Gemeinderat Roland Kuster. Mit «es» ist das Sport- und Erholungszentrum Tägerhard gemeint. Im Jahr 1974 in Betrieb genommen, muss die Anlage und insbesondere die Gebäudetechnik dringend erneuert werden. Aus diesem Grund beantragt der Gemeinderat dem Einwohnerrat in seiner nächsten Sitzung, dem Baukredit von 46,53 Millionen Franken für die Sanierung zuzustimmen. «Wir freuen uns, dass wir nun das Projekt dem Einwohnerrat und dem Volk präsentieren können», sagt Gemeindeammann Markus Dieth.

Es ist der zweite Anlauf, den die Exekutive nimmt. Im Herbst 2012 hatte das Stimmvolk einen Projektierungskredit von 5,72 Millionen Franken abgeschmettert: Für die Sanierung und Erweiterung des «Tägi» wären Kosten in Höhe von rund 84 Millionen Franken vorgesehen gewesen. «Zu gross» und «zu teuer», lautete damals das Urteil. In der Folge wurde das Projekt überarbeitet und auf Gesamtkosten von 46,9 Millionen Franken redimensioniert. Unter anderem wurde die Idee einer Eishalle verworfen. Die neue abgespeckte Variante traf den Nerv: Im Herbst 2014 sagten 72 Prozent der Stimmbürger Ja zur Ausarbeitung des reduzierten Projekts. Nun – nach fast zwei Jahren Planung – befindet der Einwohnerrat am 1. September über das neue Vorhaben.

Betrieb soll effizienter werden

Herzstück des neuen «Tägi» wird der Eingangsbereich sein. Durch diesen erreichen die Besucher künftig alle Anlagen: Bäder, Bistro, Eisfelder, Fitness und Tägisaal. Weiter sieht das Projekt ein neues Dach samt Tribüne für eines der beiden Eisfelder vor, im Hallenbad einen separaten Kinderplanschbereich sowie eine neue Rutschbahn. Wo heute das Restaurant steht, soll künftig eine Saunalandschaft mit Aussenterrasse und ein Fitnessstudio entstehen. Auch wird der Vorplatz neu gestaltet, das Personalhaus abgerissen sowie die Haustechnik und die Gebäudestrukturen instandgestellt. Zudem wird eine Erschliessung mit einer künftigen S-Bahnhaltestelle Tägerhard und mit der Limmattalbahn angestrebt.

«Wir erneuern das, was saniert werden muss und ergänzen, was dem ‹Tägi› für ein modernes Sport- und Erholungszentrum fehlt», sagt Kuster. Neben dem Mehrwert, der für die Besucher entsteht, strebt man effizientere Betriebsabläufe und somit eine höhere Wirtschaftlichkeit an: «Ziel ist, dass wir zukünftig eine schwarze Null im Betrieb dieser Anlage verzeichnen können.» So wird nach der Sanierung nur noch 60 Prozent der heutigen Heizleistung benötigt, wobei die Wärme möglichst CO2-neutral bereit gestellt werden soll. «Für die Kunsteisbahnen und die Hallenbäder streben wir zudem den Minergie-Standard an», sagt Kuster.

Was die Finanzierung des Grossprojekts betrifft, wird die Gemeinde auf eine öffentliche Anleihe von 50 Millionen Franken auf 20 Jahren zurückgreifen. «Durch das Projekt wird die Verschuldung zweifellos zunehmen. Für Wettingen ist sie aufgrund der aktuellen Finanzplanung jedoch verkraftbar», sagt der Ressort-Chef «Tägi» und fügt hinzu, dass die Sanierung zu «keiner Steuerfusserhöhung» führe.

Während Bauzeit geschlossen

Stimmt der Einwohnerrat dem Kredit zu, wird die Vorlage am 27. November dem Volk vorgelegt. Bei einem Ja sollen die Bagger im Mai 2018 auffahren, das neue «Tägi» soll im September 2019 fertiggestellt sein. Während der Bauzeit bleibt die Anlage geschlossen – Ausnahmen sind das Gartenbad (Teilbetrieb), die Minigolfanlage sowie die Sporthalle.