Der Blog beginnt mit: «Der Nachtag ist der Tag, an dem du zu denken beginnst.» Die Maturaarbeit der drei Wettinger Kantischüler Rebecca Zurfluh, Darja Keller und Dominic Steigmeier soll die Kehrseite des jugendlichen Partylebens aufzeigen. «Wir wollen die Leser nachdenklich stimmen und aufzeigen, dass viele Freundschaften nur oberflächlich existieren», erklärt Steigmeier. Am Ende der zehnmonatigen Arbeit ist ein Blog mit 54 Geschichten und unzähligen Bildern entstanden. Dieser wurde vergangene Woche vom Verein «Pro Argovia» ausgezeichnet. (siehe Box)

«Nachtage» erzählt die Gedanken von acht frei erfundenen Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren nach einer durchzechten Nacht. Sie fühlen sich einsam, missverstanden und verloren in der Welt zwischen Jugendlichkeit und Erwachsensein. «Die Monologe der einzelnen Figuren sind chronologisch über den Tag nach einer Party verteilt», erklärt Keller. «Im Laufe des Tages merken die Figuren, dass die Party doch nicht so toll war – bis am selben Abend die nächste steigt.» Bei den meisten Geschichten wird die Stimmung mit einem Foto untermauert.

Die Lügen der Jugend

Woher stammen die negativen Eindrücke des jugendlichen Partylebens? «Das sind vor allem persönliche Erlebnisse und Beobachtungen aus unserem Umfeld», sagt Keller. «Wir haben schon oft erlebt, dass viele während der Party einander erzählen, wie langweilig und uncool diese sei.» Doch meist blieben diese Leute.

Weiter komme am Schluss des Blogs eine Szene vor, wo die schlechte Freundschaft zweier Charaktere gezeigt wird: «Die beiden Figuren verstehen einander nur, solange sie feiern oder Trinkspiele machen. Als die Gruppe plötzlich keine Lust mehr darauf hat, wissen die Zwei nicht, über was sie miteinander sprechen könnten», erklärt Zurfluh.

Die Arbeit an «Nachtage» habe für diverse Anekdoten gesorgt: «Wir haben in Zürich nach passenden Motiven Ausschau gehalten. Am Ende des Abends wusste die gesamte Nachtszene um den Bahnhof Hardbrücke von unserer Maturaarbeit», erzählt Steigmeier. Ausserdem seien viele der Models für die verkaterten Figuren der Geschichten viel zu ausgeschlafen an die vereinbarten Fototermine erschienen. «Einzig zwei von ihnen sind an einem Sonntagmorgen beinahe direkt nach einer Party erschienen. Sie diskutierten noch über die Geschehnisse der vergangenen Nacht», berichtet Rebecca Zurfluh.

Die Vorkenntnisse der drei Kantischüler sei eine grosse Hilfe bei der Arbeit gewesen. Steigmeier sagt: «Darja und Rebecca haben beide bereits Preise bei Literaturwettbewerben gewonnen. Ich selbst fotografiere sehr gerne und oft.» Zudem war Keller während ihrer Kantizeit gelegentlich als Redaktorin der Neuen Aargauer Kantizeitung Troubadour (NAKT) tätig. «Eine Zukunft als Journalistin kann ich mir gut vorstellen», sagt sie. Die bisherigen 15 000 Blogbesuche sind gewiss keine schlechte Referenz für spätere Bewerbungen.

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