Ideen sammeln, Vorstösse erarbeiten und diese am Ende den Politikern übergeben. Das war das Ziel der Jugendsession Megafon, die am Donnerstag im Jugendlokal Werkk in Baden stattfand.

Über 80 Oberstufenschüler aus den Gemeinden Baden, Neuenhof und Obersiggenthal erhielten die Möglichkeit, wie «echte» Parlamentarier im Plenum zu debattieren und über Vorstösse abzustimmen.

Los ging es am Morgen, als die Schüler in verschiedene Gruppen aufgeteilt wurden. Danach diskutierten die Jugendlichen mit Politikern über die im Voraus gewählten Themen «Freiräume», «Schule» und «soziale Medien».

Parallel dazu gab es einen Medienworkshop, in dem elf Schüler in die Welt des Journalismus eintauchen konnten. Während die Gruppen Anträge zu den drei Themen ausarbeiteten, begaben sich die Nachwuchsjournalisten nach draussen, um mit Stift und Kamera das Thema Herbst einzufangen. Am Nachmittag galt es ernst: Die Berichterstattung über das Schülerparlament stand an.

Rangverkündigung: Die Jugendlichen küren die Projekte, welche ihnen am besten gefallen.

Rangverkündigung: Die Jugendlichen küren die Projekte, welche ihnen am besten gefallen.

Wahl des Co-Präsidiums

Bevor die Session begann, wurde der Vize- und der Präsident gewählt. Überraschenderweise gewann Tony, der sich erst im letzten Moment entschieden hatte, sich zur Wahl zu stellen.

Vize-Präsident wurde Leon (siehe Interview unten). Danach stellte jede Gruppe ihre Ergebnisse aus den Workshops vor, angefangen mit dem Thema Freiräume.

So verlangte der Sprecher der Gruppe 1a öffentliche Sportplätze. Seine Kollegin schloss sich der Meinung an. Aber sie schlug vor, dass eine Altersbegrenzung und ein Diebstahlschutz eingerichtet werden sollten.

Ebenfalls wollten sie Eintritt verlangen, aber nicht mehr als fünf Franken. Bälle und Tore sollte man bei den Sportplätzen ausleihen können. Sie wollten auch eine Sportwiese mit Beleuchtung einrichten für Sport am Abend. Die Idee war, dass man die Plätze in der Nähe von Schulen errichtet.

Die Gruppe 2a wollte überdachte Sitzplätze, sodass man sich unabhängig vom Wetter mit Kolleginnen und Kollegen treffen könnte, um zu Plaudern. Das Ganze würde natürlich nicht viel Platz oder Geld kosten, dachten sie sich bei dieser Idee.

Gruppe 1b wollte einen Jugendraum in Neuenhof, da der nächste Jugendtreff sehr weit entfernt ist. Die beiden Sprecherinnen schlugen vor, mit einem Kuchenverkauf Geld zu sammeln.

Als man sie fragte, ob sie sich der Kosten bewusst seien, sagten sie «Nein.» Über diese Idee wurde jedoch nicht abgestimmt, da sie nur die Gemeinde Neuenhof betrifft.

Die Gruppe 1c wollte am Kappisee eine Art Vita-Parcours mit Fitnessgeräten errichten. Als man sie auf das Thema Beschädigung der einzelnen Gegenstände ansprach, hatte sie keine Lösung. Dieser Parcours müsste aus der Wirtschaftskasse bezahlt werden. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls nicht den anwesenden Politikern vorgestellt.

Mehr Schulreisen gefordert

Ein anderes Thema, das besprochen wurde, war die Schule. Das Plenum diskutierte, dass die Oberstufenschüler in jeder Gemeinde einen eigenen Aufenthaltsraum zur Verfügung haben sollen.

Ein anderer Vorschlag aus dem Workshop waren regelmässige Klassenaktivitäten zur Förderung des Klassenzusammenhalts.

Ein Schüler erklärte, dass es in seiner Klasse schon vorgekommen sei, dass die Schulreise als Strafe gestrichen wurde. Wenn verschiedene Gemeinden zusammen solche Anlässe organisieren würden, könnten die Schüler neue Kontakte knüpfen. Als Beispiele für solche Anlässe wurden Wanderungen, Ausflüge und Sporttage mit durchmischten Gruppen genannt.

Cybermobbing geht alle an

Als Letztes waren die Gruppen des Themas soziale Medien an der Reihe. Eine Gruppe hatte folgenden Vorschlag: «Kantone sollen einen Film über die Gefahren der sozialen Medien produzieren, um Mobbing zu stoppen.»

Eine andere Gruppe erklärte, dass es meistens wegen des Verhaltens der Schüler zu Cybermobbing kommt. Es wurde vorgeschlagen, dass die Schulen einen Elternabend organisieren, um über das Thema Cybermobbing zu sprechen. Eine andere Gruppe fand, dass nicht die Eltern über Cybermobbing aufgeklärt werden sollten, sondern die Schüler.

Doch wie gefährlich ist Cybermobbing? Es kann dazu führen, dass sich Menschen verletzen oder gar umbringen. Einen Unterschied zu Mobbing gibt es kaum, ausser, dass Cybermobbing über das Internet verläuft.

Eine Schülerin erzählte eine Geschichte über das Thema Cybermobbing: Die Eltern einer Freundin erkrankten an Krebs, sie durchlief eine sehr schwierige Zeit.

Die Freundin wurde gemobbt und hörte eines Tages auf zu essen. Sie fing an, sich selber zu verletzen und wurde eines Tages mit aufgeschnittenen Pulsadern am Boden gefunden. In letzter Minute wurde sie gerettet und in eine Klinik gebracht. «Nun ist sie wieder gesund, aber ihre Erinnerungen bleiben», erzählte die Schülerin.

Nach einer langen und teilweise lustigen Vorstellung der einzelnen Vorstösse und nach einer komplizierten Abstimmung, wurden folgende Anträge den Politikern übergeben:

Als Gewinner wurde der Vorstoss gewählt, der die Produktion eines Films gegen Cybermobbing verlangt. Auf dem zweiten Rang landete ein Antrag für den Bau von öffentlichen Sporthallen in allen Gemeinden. Und als drittbester Vorstoss wurde derjenige gewählt, der mehr Klassenausflüge vorsieht.

Jedem vom Medienworkshop gefiel die Berichterstattung sehr gut, sie können sich später auch den Beruf Journalist gut vorstellen.