Noch am Montagabend bestritt der Schweizer Handball-Star Andy Schmid (33) mit den Rhein-Neckar Löwen ein Bundesligaspiel – am Mittwochmorgen stand der Luzerner bereits in der GoEasy-Arena in Siggenthal Station. Diesmal war aber kein Spitzenspiel angesagt, sondern mehrere Trainings mit 53 handballbegeisterten Jugendlichen aus der ganzen Schweiz. Die 12- bis 16-Jährigen werden noch bis Samstag anlässlich des Sportheon-Camps in der Heimarena des TV Endingen weilen.

«Wir sind sehr stolz, dass wir hier bei uns zwei absolute Topspieler begrüssen dürfen», sagte Christian Meier, Organisator und Vize-Geschäftsführer der Berner Firma BPM Sports Management, bevor die Trainings starteten. Denn neben Andy Schmid war auch die Aargauer Nationalspielerin Lisa Frey (21) zu Besuch. Allerdings trainierte sie nicht mit den Jungen: Sie hatte sich anlässlich der WM-Qualifikation vor drei Wochen das Kreuzband gerissen. Dies hielt Frey jedoch nicht davon ab, am Spielfeldrand Autogramme und Tipps zu geben sowie für Selfies bereitszustehen.

Mit dem Vorbild trainieren

«Ich hätte es mir auch nicht zweimal überlegt, wenn es zu meiner Zeit ein Camp mit einem Aushängeschild wie Andy Schmid gegeben hätte», sagte Lisa Frey mit einem Lachen, während sich die Jugendlichen der ersten Trainingsgruppe jeweils zu zweit in der Halle warmspielten. Dann fügte die Rückraumspielerin an: «Als ich in ihrem Alter war, wurde auch sehr viel Wert auf Passen und Fangen gelegt. Das hat sich extrem bewährt.»

«Das Wichtigste ist, dass man Freude hat am Handball»

«Das Wichtigste ist, dass man Freude hat am Handball»

Ausschnitte aus dem Gespräch und dem Training mit Andy Schmid.

Nach dem Einwärmen folgten zahlreiche Übungen zu Koordination, Abwehr und Angriff – stets unter den Augen von Andy Schmid. «Er ist mein Lieblingsspieler», sagte Nils (13) schüchtern, der bei der SG Muttenz-Pratteln spielt und auf der Tribüne auf den Einsatz mit der zweiten Gruppe wartete. Er verfolge oft die Bundesliga und sei begeistert, dass Schmid hier sei. Auch Patrick (15), der bei der U17-Elite von Wacker Thun spielt, konnte es kaum erwarten, Seite an Seite mit dem vielleicht besten Handballer der Welt zu trainieren. «Ich habe ihn schon oft in Deutschland spielen sehen. Die Stimmung ist jeweils sensationell – auch wegen ihm.» Andy Schmid sei sein Vorbild, sagte Patrick und fügte mit einem Schmunzeln an: «Ich möchte einmal besser werden oder zumindest dasselbe erreichen wie er.»

Erschöpft, aber glücklich

Nach zwei Stunden war die erste Einheit beendet. Die 13-jährige Kirstyn vom KTV Wil zeigte sich zwar müde, aber glücklich: «Es war megacool, mit Andy Schmid zu trainieren und zu sehen, wie präzise er Pässe spielt.»

Dass die Jungen erfreut waren, merkte auch der Handballer «Man sieht, sie sind motiviert und wollen etwas lernen.» Wissbegierig und ehrgeizig zu sein, sei wichtig in diesem Alter. Aber noch wichtiger sei es, Freude zu haben. «Wenn man Spass hat, lernt man auch gerne», sagte Schmid.