Jetzt ist klar, wie das Primarschulhaus Rüsler in Niederrohrdorf erweitert werden soll: Mit einem Neubau, der aus zwei aneinandergeschobenen Baukörpern besteht. Diese sollen auf dem heutigen roten Allwetterplatz zu stehen kommen, der südlich der Rüslerstrasse und westlich des Oberstufenzentrums liegt. «Jim Knopf» wie der Neubau heisst, ging als Sieger des Projektwettbewerbs hervor, an dem insgesamt zehn Architekturbüros und Arbeitsgemeinschaften teilgenommen haben.

«Das Projekt hat uns in mehrfacher Hinsicht überzeugt», sagt Bildungsvorsteherin und Jurymitglied Martina Egger. Zum einen erfahre das bestehende Schulhaus nur geringfügige Anpassungen. Zum anderen könne der Neubau bei laufendem Schulbetrieb realisiert werden. «Nicht zuletzt sieht das Projekt ein optimales Raumprogramm vor», sagt Egger. Während die Unterstufe künftig das bestehende Primarschulhaus Rüsler nutzen wird, sollen die Schüler der Mittelstufe im Neubau unterrichtet werden. «Mit der Unterteilung auf zwei eigenständige Gebäude bekommt jede Stufe ihre eigenen Räume» Das biete den Kindern unterschiedlicher Altersstufen bessere Rückzugsmöglichkeiten, erklärt Egger.

«Jim Knopf» wurde von einer Zürcher Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Müller Mantel Architekten und Dario Wohler Architekt ausgearbeitet. Der Neubau sieht Folgendes vor: Im dreigeschossigen Baukörper sind verschiedene Klassenzimmer, Fachzimmer, Förder- und Gruppenräume, Garderoben sowie Nebenräume untergebracht. Im einstöckigen Baukörper finden die Aula, der Verpflegungsraum und die Räume für die Tagesstrukturen Platz. Mit dem Neubau wird die Primarschule Rüsler in Zukunft über 18 Klassenzimmer verfügen, sechs davon sind im bisherigen Schulhaus.

Noch einmal über die Bücher

Eine erste Kostenschätzung zeigt, dass der Neubau mit rund neun Millionen Franken realisiert werden kann. «‹Jim Knopf› ist die beste und wirtschaftlichste Lösung», sagt Egger. Das Projekt ermögliche nicht nur, dass sämtliche bestehende Schulräume weitergenutzt werden könnten, sondern es seien auch keine zusätzlichen Provisorien nötig. «Im Nachhinein sind wir froh, dass wir nochmals über die Bücher gehen und einen Projektwettbewerb durchführen mussten», sagt die Gemeinderätin. Damit spricht sie den Umstand an, dass die Gemeindeversammlung vor einem Jahr den Projektierungskredit für eine Aufstockung des Primarschulhauses abgelehnt hatte. Stattdessen stimmte die Gmeind einem Änderungsantrag zu, der einen Kredit in Höhe von 750 000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs vorsah.

Wachstumsprognose aktualisieren

«Jim Knopf» soll in zwei Etappen gebaut werden: In einem ersten Schritt wird der Neubau realisiert. Ist dieser einmal bezogen, wird das bestehende Provisorium südlich der Esterlistrasse rückgebaut. An seiner Stelle kommt der Allwetterplatz hin, der aufgrund von «Jim Knopf» weichen muss. Wann das Projekt umgesetzt werden soll, ist noch nicht klar. «Wir wollen die Schülerzahlen noch einmal erheben und die 2015 erstellte Wachstumsprognose aktualisieren», sagt Martina Egger. Diese hatte gezeigt, dass sich die Schülerzahlen bis ins Jahr 2020/21 auf über 380 verdoppeln werden. «Sobald wir die Ausgangslage kennen, werden wir eine Arbeitsgruppe gründen und mit der Projektierung beginnen.» Im Anschluss werde ein Kostenvoranschlag erstellt und den Stimmbürgern der Baukredit zur Genehmigung vorgelegt. Dies soll laut Egger voraussichtlich 2019 der Fall sein.