Seit heute Morgen ist es wieder da: Das Modell der Spanischbrötlibahn im Bahnhof Baden. Im Frühjahr hat die Ortsbürgergemeinde Baden von einem grosszügigen Schenker das wertvolle Modell bekommen. Im Auftrag der städtischen Abteilung Kultur und des Historischen Museums wurde es in einer eleganten Vitrine im Wartesaal des ältesten Bahnhofs der Schweiz präsentiert. 

Nur vier Tage nach der Aufstellung im Juni wurde die Vitrine aber von Vandalen von der Wand gerissen und zerstört. Das Modell blieb glücklicherweise weitgehend unversehrt, musste aber zur Überprüfung in die Apparatefabrik Spring nach Wettingen.

In 2000 Arbeitsstunden gebaut

Die Apparatefabrik hat zwischen 1978 und 1985 insgesamt 107 dieser Modelle angefertigt. Für ein einzelnes Modell waren damals rund 2000 Arbeitsstunden nötig. Jedes besteht aus 10'000 Teilen und zeigt die Lokomotive "Limmat", einen Kohlewagen und sieben Waggons der ersten, zweiten und dritten Klasse. 

Die Stadt Baden hat nach dem Vandalenakt im Juni Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, die Kantonspolizei ermittelt. Die neue Vitrine am Bahnhof, die auf einer historischen Eisenbahnschwelle installiert ist, steht jetzt wieder in voller Pracht und gut gesichert in ihrem Platz.

Die erste Eisenbahn der Schweiz

Die Spanischbrötlibahn, die eigentlich Schweizerische Nordbahn hiess, fuhr ab dem August 1847 als erste Eisenbahn auf Schweizer Boden von Baden nach Zürich. Heute braucht die S-Bahn auf dieser Strecke exakt so lange, wie der Dampfzug damals: 30 Minuten. Mit der Bahn konnten sich die reichen Zürcher Herrschaften im 19. Jahrhundert die frischgebackenen Spanischbrötli fast noch warm auf den Esstisch bringen lassen.