Die Lorbeerkränze im Treppenhaus versprechen: Wer hier hochsteigt, den erwartet etwas Besonderes. Dieses Besondere ist die Jubiläumsausstellung der Schützengesellschaft Untersiggenthal. Die Gesellschaft ist mit ihren 150 Jahren der älteste Verein des Dorfes. Das Jubiläum, im Sommer mit einem Fest gefeiert, wird nun mit der Ausstellung im Ortsmuseum vervollständigt.


Mit zahlreichen Exponaten wird gezeigt, dass es einiges braucht, um nach einem Schiesstag einen Kranz oder eine andere der gezeigten Auszeichnungen mit nach Hause nehmen zu können. Das beginnt schon bei der Bekleidung. Während früher in Alltagskleidern oder in der Uniform geschossen wurde, wird der Schützin oder dem Schützen heute eine ausgeklügelte Sportbekleidung angeboten, die jedes Bedürfnis erfüllt.


Heute reicht Blick auf Monitor


Modern sind auch die Trefferanzeigen. Mussten einst noch Zeiger engagiert werden, die mit Kellen winkend die Punktzahl und die Lage des Treffers zum Stand übermittelten, genügt heute ein Blick auf den Monitor. Wie genau dieses System funktioniert, wird in der Ausstellung gezeigt. Die hochpräzise Elektronik hat auch in Untersiggenthal Einzug gehalten. Im Schiessstand Fluh stehen 12 Scheiben zur Verfügung. Erstellt wurde dieser 1966, als Nachfolger einer bereits 1921 eröffneten Anlage. Zuvor hatten die Schützen jeweils die Scheiben in jenem Gebiet an einem Hang aufgestellt, selber lagen sie in einer Wiese. Weil sie dabei über die Dorfstrasse schossen, musste diese für den Verkehr gesperrt werden.
Doch all die Technik hilft wenig, wenn der Schütze nicht gut ausgebildet ist. Für die erfahrenen Schützen ist es deshalb eine Selbstverständlichkeit, ihr Wissen an die Jungschützen weiterzu- geben. Die Schützen sehen sich immer auch als Teil der Dorfgemeinschaft.


«Vor einem Jahr kam die Schützengesellschaft mit der Idee einer Jubiläumsausstellung», sagt Marcel Meier. Er präsidiert die fünfköpfige Museumskommission. «Sie hat ein gutes Konzept präsentiert und entsprechend haben Eugen Scherer, Peter Studer und Norbert Stichert die Ausstellung konzipiert.» Die Museumskommission organisiert pro Jahr in der Regel zwei Ausstellungen. «Die Ausstellung ist in der Regel einem Thema gewidmet», sagt Meier. Einschränkungen gibt es nicht: «Wir sind froh, wenn sich Leute mit Ideen melden.»
Vom Abbruchobjekt zum Museum


Seit 1980 führt die Gemeinde Untersiggenthal ein Ortsmuseum. Es befindet sich in einem 1797 gebauten Bauernhaus, das die Gemeinde einst als Abbruchobjekt gekauft hatte. Doch dann wurde es nach und nach zum Ortsmuseum ausgebaut. Die Wechselausstellungen finden jeweils im 1. Stock des ehemaligen Wohnteils statt. Finanziert wird die Einrichtung durch die Ortsbürgergemeinde.

Sonderausstellung im Ortsmuseum:
4. November, 4. Dezember, 8. Januar und 5. Februar, jeweils von 10 bis 12 Uhr.