Rekordjahr
Badener Feuerwehr leistet 2021 so viele Einsätze wie noch nie – der Kommandant erklärt die Gründe

Die Zahl der Einsätze für die Badener Stützpunktfeuerwehr lag im Jahr 2021 erstmals auf über 200. Der Kommandant nennt mehrere Gründe und sagt, weshalb die Statistik sogar noch mehr Einsätze ausweisen könnte.

Philipp Zimmermann
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Florian Immer, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Baden, vor dem Tanklöschfahrzeug 1.

Florian Immer, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Baden, vor dem Tanklöschfahrzeug 1.

Alex Spichale

Die Feuerwehr Baden hat ein Rekordjahr hinter sich: 202 Einsätze führt die Statistik 2021 auf. Im bisherigen Rekordjahr 2019 waren es noch 184 Einsätze. «Mehrere Faktoren sind für die Zunahme verantwortlich», sagt Kommandant Florian Immer.

Ganz oben bei der Anzahl der Alarme stehen die Brandmeldeanlagen (BMA): 60 Mal (Vorjahr: 55) löste eine BMA einen Alarm aus. Der Wert ist seit Jahren konstant. In den letzten zehn Jahren waren es durchschnittlich 62. Bei der grossen Mehrheit handelt es sich nicht um einen eigentlichen Fehlalarm. «Meistens gab es eine menschliche Komponente, weshalb der Alarm ausgelöst wurde», führt Immer aus.

Popcorn in Mikrowelle löst Alarm aus

Zwei Beispiele: Eine Mitarbeitende macht Popcorn in der Mikrowelle und entfernt sich für einige Minuten aus der Küche – prompt dringt Qualm aus der Mikrowelle, was den Alarm auslöst. Oder: Ein Bauarbeiter vergisst, vor Fräsarbeiten in einem Raum die BMA abzustellen. Der aufgewirbelte Staub löst den Alarm aus.

Die «Diversen Einsätze» stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 12 bis 34. Meist sind das Abklärungen, etwa wenn Leute Alarm schlagen, weil sie Rauch wahrnehmen oder Bäume sehen, die auf eine Strasse zu stürzen drohen. Dazu gehören aber auch seltene Einsätze wie das Bergen eines Leichnams im seichten Wasser der Limmat.

Keller auspumpen

Stark erhöht hat sich die Zahl der Einsätze der Wasserwehr: Mit 24 lag sie weit über dem Wert der drei Vorjahre von je 7. Häufig mussten die Badener Einsatzkräfte nach Starkregen Keller auspumpen. Die Ölwehr musste 16 Mal (Vorjahr: 7) ausrücken.

Die 14 Einsätze wegen Störungen von Liftanlagen respektive Personenrettungen liegen dagegen «im normalen Bereich», so Immer. Regelmässig sind Feuerwehrkräfte zur Unterstützung von Ambulanzen im Einsatz. Einsätze wegen Bienen sowie Tierrettungen (je drei) gab es im vergangenen Jahr dagegen verhältnismässig wenige.

Die Zahl der Einsätze könnte noch viel höher sein. Beim grossen Schneefall im vergangenen Januar war die Feuerwehr nahezu 24 Stunden lang und an zirka 80 Orten im Einsatz. «Diese wurden in der Statistik als fünf Einsätze abgebildet», sagt Immer.

Juli-Hochwasser fordert Feuerwehr

Gefordert war die Badener Feuerwehr auch während des Hochwassers im Juli. «Die Situation war angespannt», sagt der Kommandant. An der Ennetbadener Limmatpromenade mussten Hochwasserschutzelemente installiert werden, zu eigentlichen Überschwemmungen kam es glücklicherweise nicht. Betroffen vom Starkregen war dagegen Rütihof. «Wir mussten in einigen Kellern Wasser auspumpen», sagt Florian Immer.

Als Stützpunktfeuerwehr rücken die Badener Einsatzkräfte mit ihrer Autodrehleiter auch regelmässig in der Region aus. Das war etwa beim Grossbrand in einer Schreinerei in Fislisbach der Fall.

In Betrieb genommen wurden im Juli die Notfalltreffpunkte. Fällt das Telefonnetz aus, sind diese Punkte von Feuerwehrleuten besetzt. Bei einem Notfall kann sich die Bevölkerung an diese Personen wenden. Dank Funkgeräten können diese weitere Hilfe der Blaulichtorganisationen anfordern. «Die Inbetriebnahme war für uns ein erster wichtiger Test. Er hat gezeigt, dass das Konzept grundsätzlich funktioniert. Feinheiten müssen noch angepasst werden.»

Homeoffice mit positiven Nebenwirkungen

110 Personen gehören zum Korps der Badener Feuerwehr. Damit ist der von der AGV geforderten Minimalbestand erfüllt. «Es ist aber nicht immer einfach, Freiwillige zu finden», führt Immer aus. Abgesehen von zwei Festangestellten, Materialwart Meinrad Ackermann und Administrator Thomas Locher, arbeitet die Feuerwehr im Milizsystem. Homeoffice wirkt sich positiv für die Feuerwehr aus, weil so mehr Personen verfügbar und somit auch schneller am Einsatzort sind.

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