Beck betreut für die Sektion Jagd und Fischerei zusammen mit einem weiteren Experten alle Fälle im Kanton. «Die Schäden sind für den Betroffenen zwar ärgerlich, aber meist kaum der Rede wert», sagt er. Oft seien es nicht mehr als zwei, drei Maisstauden oder Äste, die dem Biber zum Opfer fallen. «Diese Schäden lassen sich leicht beheben und gehen kaum ins Geld», sagt Beck. Erstattet werden nur Schäden von über 10000 Franken, die trotz Verhütungsmassnahmen wie beispielsweise Elektro- oder Maschendrahtzäune eintreten.

Dem Biber ins Revier getrampt

Der Experte verweist darauf, dass, wer einen Schaden hat, seinen Teil dazu beiträgt. Der Biber entfernt sich nicht mehr als zehn Meter vom Ufer. Weiter geht er nur im Notfall, wenn es am Ufer wenig Weichhölzer gibt. Beck formuliert es so: «Es gibt eigentlich keine Biberschäden. Der Biber zeigt uns lediglich auf, wie nah wir mit Verkehr und Landwirtschaft an die Flüsse herankommen.»

Für Beck steht fest: Der Biber ist kein Schädling, im Gegenteil. «Er ist ein Forsthelfer.» Lebensräume mit Biber sind artenreicher als biberfreie: Er staut Fliessgewässer zu Biotopen und produziert Totholz. Davon profitieren Amphibien, Insekten, Fische, Vögel sowie bedrohte Pflanzenarten. Und der Biber stabilisiert die Ufer: Er fällt Weidenbäume, die wiederum ausschlagen und sich tief im Ufer verwurzeln.

Gefährlich wird es, wenn Strassen oder Landwirtschaftsland dem Wasser zu nahe kommen: «Die Biber bauen im weichen Uferboden ihre Wohnkessel», sagt Beck. Dabei können Strassen und Ackerland untergraben werden. Wird der Druck von oben zu gross, brechen die Höhlen ein – im schlimmsten Fall endet das für Mensch und Biber tödlich.

100 tote Biber in 15 Jahren

So weit dürfte es eigentlich nicht kommen: «Das kantonale Gewässerschutzgesetz sieht einen Mindestabstand von sechs Metern zwischen Ufer und Landwirtschaftsland oder Strasse vor», sagt Beck. Eingehalten werden diese Vorgaben längst nicht immer. Das zeigt ein Blick auf die Statistik: In den letzten 15 Jahren wurden im Aargau 100 tote Biber gefunden – ein Drittel davon vom Auto überfahren. Beck: «Das ist eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass sich ein Biber nicht mehr als zehn Meter vom Fluss entfernt.»

Biber-Beratung Die Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau bietet Beratungen an. www.ag.ch/jagd_fischerei