Mit bis zu fünfzig Stundenkilometern rasen am Sonntag die Seifenkisten vom Waldrand ins Freienwiler Dorfzentrum. Sechzig der besten lizenzierten Rennfahrer der Schweiz treten zum Derby an, das zum ersten Mal auch in Freienwil stattfindet. Die Rennfahrer sind zwischen 7 und 16 Jahre alt. Wer älter ist oder Wettkampfluft schnuppern möchte, kann in der Fun-Kategorie starten.

Die Idee dazu entstand bei einem Bier nach einer Feuerwehrübung. Mikel Pavelka brauchte nicht lange, um seinen Kollegen Daniel Aeschbach davon zu überzeugen. Im Gegensatz zu Pavelkas Kindern fahren seine zwar noch keine Seifenkistenrennen. «Als Gemeinderat bin ich aber unter anderem für die Anliegen der Kinder zuständig», sagt Aeschbach, «und somit auch dafür, dass Freienwil mit dem Unicef-Label ‹kinderfreundliche Gemeinde› zertifiziert wird». Das Rennen habe bestens in dieses Konzept gepasst. Also gründeten er und Pavelka gemeinsam mit Thomas Jauslin den «Verein Nationales Seifenkistenrennen Freienwil», den Aeschbach präsidiert. Das Ziel: in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Derby durchzuführen.

Hindernisse zur Temporeduktion

Um 10 Uhr am Sonntagmorgen startet der erste von drei Läufen. Zuerst rasen die lizenzierten Kinder und Jugendlichen die 1100 Kilometer lange Strecke vom Waldrand beim Cholhufe via Weiher- und Eichstrasse ins Dorf hinunter. Insgesamt 19 Rennen in der ganzen Schweiz können sie während einer Saison fahren. Wer am Ende am meisten Punkte sammelt, gewinnt die Meisterschaft. Nach jedem Lauf steigen die Fun-Fahrer in die neun Rennboliden, die der Verein zur Verfügung stellt. «Noch haben wir freie Startplätze», sagt Aeschbach. Auch ganz Kurzentschlossene seien am Sonntagmorgen noch willkommen.

35 Helfer stehen am Sonntag im Einsatz, fahren mit Traktoren die Rennwagen den Hang hinauf, betreuen die Festwirtschaft oder stehen an den Streckenposten und kontrollieren, ob die Fahrer die Hindernisse fehlerfrei passieren. Verschiebt ein Fahrer einen orangen Töggel oder die Strohballe oder lässt gar ein Tor aus, erhält er bis zu zehn Strafsekunden. «Diese Schikanen werden bei den Rennen eingebaut, damit die Kinder nicht zu schnell unterwegs sind», sagt Aeschbach. Die Zeitmessung und den Speaker, der durch die Rennen führt, stellt die Interessengemeinschaft Seifenkisten Derby Schweiz. Ein technischer Delegierter kontrolliert jede Seifenkiste, ob sie den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Nicht gestattet sind beispielsweise Bremsen, die nur auf die Vorderräder wirken oder eine Kiste, die schwerer ist als 65 Kilogramm.

Die Rennstrecke bleibt zwischen 9 und 17.30 Uhr für den Verkehr gesperrt. Die Feuerwehr übernimmt die Verkehrskontrolle und Samariter sind für den Notfall auf dem Platz.

1. Nationales Seifenkisten Rennen Sonntag, 21. Mai; Streckenbesichtigung, 9 Uhr; Start 1. Lauf, 10 Uhr; Start 2. Lauf, 13 Uhr; Start 3. Lauf, 14.30 Uhr; Freienwil.