Ab dem 14. September wird die Strassenbeleuchtung fast auf dem ganzen Stadtgebiet von Sonntag bis Donnerstag, 1 bis 5 Uhr, ausgeschaltet. Einzig in der Innenstadt bleibt das Licht auf gewissen Verbindungen weiterhin brennen. Ausgenommen werden die Bereiche zwischen Haselstrasse und Schulhausplatz beziehungsweise Hochbrücke, zwischen Bruggerstrasse und Limmat sowie im Kurpark, an der Limmatpromenade, und vom Nordportal und bis zur Siggenthalerbrücke.

Diesmal rechtzeitig orientiert

Die ungenügende Orientierung über die Nachtabschaltung hatte vor mehr als einem Jahr in den Quartieren Rütihof und Allmend/Münzlishausen für einigen Unmut gesorgt. Die Quartiervereine wurden drei Tage, bevor der Bericht im Badener Tagblatt erschien, vor vollendete Tatsachen gestellt. Laut Martin Koch, Leiter Abteilung Tiefbau, hat man diesmal rechtzeitig orientiert.

Ruth Sulzer, Präsidentin des Quartiervereins Chrüzliberg, bestätigt das. Sie erachtet die Nachtabschaltung als sinnvoll: «Die älteren Leute sind dann sowieso zu Hause, und die jungen können auch im Dunkeln auf sich aufpassen.» Sulzer weist darauf hin, dass an der Generalversammlung des Quartiervereins im März ein Vertreter der Regionalwerke genau informieren werde und man Fragen stellen könne.

Die Stadtpolizei Baden habe während der Versuchsphase in Rütihof und Allmend/Münzlishausen sowie seit Anfang dieses Jahres in Dättwil und im Kappelerhof keine vermehrte deliktische Tätigkeit registriert, sagt Polizeichef Martin Brönnimann. «Der Betrachtungszeitraum ist zwar relativ kurz und darum wenig aussagekräftig», räumt er ein.

Positiv ist laut Brönnimann, dass der «rote Knopf», mit dem sämtliche Strassenbeleuchtungen wieder eingeschaltet werden können, tatsächlich funktioniere. «Das war am Montagmorgen in aller Frühe der Fall, als wir für den Winterdienst der Stadt die Beleuchtung einschalten mussten», sagt Brönnimann.

Eine kritische Stimme von 6000

«Wir haben seit Anfang Jahr aus Dättwil und aus dem Kappelerhof nur gerade eine Reklamation erhalten», sagt Martin Koch, «und das bei total rund 6000 Einwohnern». Er verschweigt mögliche Nachteile nicht: «Das Sicherheitsgefühl kann beeinträchtigt werden, wenn man zu dieser Zeit unterwegs ist.

Als Fussgänger nimmt man am besten eine Taschenlampe mit», sagt Koch. Er weist jedoch darauf hin, dass die Abschaltung erst erfolge, wenn der letzte RVBW-Bus im Quartier angelangt sei. Und an den Wochenenden bleibe die Beleuchtung eingeschaltet.

Laut Koch sind mehrere Gemeinden, welche die Beleuchtung nachts ausschalten, befragt worden. Die Erfahrungen seien überall gut. Teilausschaltungen, einzelne Leuchten brennen lassen oder einzelne Strassenabschnitte beleuchten, das ist laut Koch nur unter grossem Aufwand möglich.

Aus Sicht der Stadt überwiegen die Vorteile deutlich: Die reduzierte Lichtverschmutzung ist für nachtaktive Tiere gut und vermindert Lichteinfall in Schlafzimmer. Es werden Energie und Kosten gespart. Und: Die Stadt wird damit bessere Chancen haben, wenn sie nächstes Mal für den European Energy Award Gold wieder zertifiziert wird.