Aargauer Limmattal

Im zweiten Anlauf soll das Projekt «Pastoralraum Aargauer Limmattal» gelingen

Badens Stadtpfarrer Josef Stübi bei der Fronleichnam-Messe im vergangenen Juni: Er wird auch Pfarrer des künftigen Pastoralraums Aargauer Limmattal sein.

Weil das Bistum Basel den Pastoralraum errichtet sehen will, werden bald 25'000 Katholiken unter einem seelsorgerischen Dach vereint. Der künftige Pfarrer ist vom Konstrukt überzeugt.

Die Kirchgemeinden Killwangen und Neuenhof lehnten im Mai 2017 den Zusammenarbeitsvertrag ab, Würenlos vertagte die Abstimmung: Damit war der erste Anlauf zum Pastoralraum Aargauer Limmattal gescheitert. Denn es wäre die Zustimmung aller sechs Kirchgemeinden nötig gewesen.

Da das Bistum Basel am Pastoralraum mit rund 25 000 Katholiken festhält, kommt der abgeänderte Zusammenarbeitsvertrag im November nochmals zur Abstimmung. Der geplante Pastoralraum soll die Pfarreien Bruder Klaus in Killwangen, Maria Himmelfahrt in Würenlos, Maria Himmelfahrt in Baden, Kosmas und Damian in Spreitenbach, St. Michael in Ennetbaden, St. Josef in Neuenhof und die beiden Pfarreien St. Anton sowie St. Sebastian in Wettingen umfassen.

Am Gottesdienst soll sich vorläufig nichts ändern

Die Vorteile des Pastoralraumes seien zahlreich, sagt Badens Stadtpfarrer Josef Stübi und künftiger Pastoralraumpfarrer. «Er ermöglicht eine unkomplizierte und effizientere Zusammenarbeit über Pfarreigrenzen hinweg. Personelle Ressourcen können gezielter genutzt werden.» Insbesondere in der Seelsorge, der sogenannten Diakonie, die eine der vier Kernaufgaben ist.

Schon jetzt arbeiten einige Pfarreien des künftigen Pastoralraumes zusammen. «Ein Beispiel ist der Religionsunterricht», sagt Stübi. Für die zahlreichen Katechetinnen, also Religionslehrerinnen, würden gemeinsame Weiterbildungen und ein Austausch über katechetische Inhalte bestehen.

Auch sollen die bestehenden Kooperationen in der Erwachsenenbildung auf den gesamten Pastoralraum ausgeweitet und die Junge-Erwachsenearbeit intensiviert werden. Die einzelnen Pfarreien sollen ihre Eigenheiten und Traditionen behalten, aber von den Stärken der anderen Pfarreien profitieren können, indem sie enger zusammenarbeiten.An den Gottesdiensten wird sich vorläufig nichts ändern. 

Bei der Abstimmung vor zwei Jahren sorgte insbesondere der Sockelbeitrag für Kritik, den alle Kirchgemeinden im selben Umfang hätten entrichten müssen. Im überarbeiteten Vertrag wurde dieser gestrichen. Neu sollen sich die Kirchgemeinden nach Anzahl Katholiken in ihrer Gemeinde und nach jeweiliger Finanzkraft beteiligen.

Ein anderer Vorbehalt, den er immer wieder höre, beziehe sich auf die Grösse des Pastoralraumes, so Stübi. Gelöst wurde dies, indem dieser in drei Leitungseinheiten unterteilt wurde: Baden-Ennetbaden, Wettingen-Würenlos und Neuenhof-Killwangen-Spreitenbach.

Am Infoanlass vergangenen Montag seien Fragen und Meinungen platziert, aber auch Kritikpunkte angesprochen worden, sagt Stübi. «Grundsätzlich empfand ich die Stimmung aber als wohlwollend positiv.»

Pastoralraum kommt – auch bei Ablehnung des Vertrags

Im November befinden die Kirchgemeinden zum zweiten Mal über den Vertrag, der die Finanzen und Administration des neuen Pastoralraumes regelt. Bei der ersten Abstimmung vor zwei Jahren war die Zustimmung aller Kirchgemeinden nötig gewesen. Dies ist bei der kommenden Abstimmung nicht mehr der Fall. Der Pastoralraum wird so oder so errichtet.

Und was passiert mit jenen Kirchgemeinden, die den Vertrag ablehnen? «In der Seelsorge wird mit der betroffenen Pfarrei, deren Kirchgemeinde in vertraglosem Zustand wäre, wo immer Bedarf besteht und es Sinn macht, trotzdem zusammengearbeitet», sagt Stübi. Finanzielle Abgeltungen müssten jedoch separat geregelt werden.

Die Errichtungsfeier für den neuen Pastoralraum Aargauer Limmattal ist am 10. Mai 2020 im Beisein von Bischof Felix Gmür vorgesehen.

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