Mägenwil

Im Zentrum entsteht ein neues Quartier

So könnten die Gebäude der Siedlungen dereinst aussehen: Die Visualisierung des Siegerprojekts zeigt die Ansicht von der Alten Bahnhofstrasse her. ZVG

So könnten die Gebäude der Siedlungen dereinst aussehen: Die Visualisierung des Siegerprojekts zeigt die Ansicht von der Alten Bahnhofstrasse her. ZVG

Im Gebiet Sandfoore in Mägenwil sollen drei Siedlungen mit rund 100 Wohnungen und Gewerbeflächen realisiert werden.

Für Mägenwil ist es ein zukunftsweisendes Projekt: Im Ortszentrum auf dem westlichen Teil des Gebiets Sandfoore soll ein neues Quartier entstehen. Geplant sind drei verschiedene Siedlungen mit insgesamt rund 100 Wohnungen und Gewerbeflächen, die zeitlich unabhängig voneinander realisiert werden können.

Dabei soll das Innere des Teilgebiets Sandfoore als öffentlicher sowie identitätsstiftender Park gestaltet werden und den angrenzenden Quartieren als gemeinsame Erholungsanlage dienen. Noch bis 26. Februar liegt der Rahmengestaltungsplan Sandfoore und die Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung öffentlich auf.

«Finanziell ist die Gemeinde darauf angewiesen, dass wir das Wachstum, welches in den letzten Jahren etwas stagnierte, wieder ankurbeln können», sagt Gemeindeammann Daniel Pfyl (SVP) und fügt an: «Mit diesem Projekt sind wir wieder auf Kurs.» Er glaubt, dass dank der Nähe zum Bahnhof die Nachfrage gross sein wird, sodass die Wohnungen nach Erstellung rasch bewohnt werden können.

Zur Grundeigentümerschaft des Areals gehören die Baugenossenschaft Frohes Wohnen, die Familie Strebel und die Firma Hauswartprofis. Gemeinsam führten sie 2016 einen Architekturwettbewerb durch, bei dem das Projekt «Voisinage» des Zürcher Büros Oester Pfenninger Architekten AG als Sieger hervorging. Dieses wurde in einem zweiten Schritt zu einem Richtprojekt ausgearbeitet, das als Grundlage für den Rahmengestaltungsplan dient.

Villa im Park wird ergänzt

Folgendes sieht das Richtprojekt vor: Zwischen der alten Bahnhofstrasse und der Industriestrasse plant die Baugenossenschaft Frohes Wohnen ein Mehrfamilienhaus mit fünf Stockwerken und über 60 Wohnungen. Entlang der Hauptstrasse ist ein längliches Gewerbe- beziehungsweise Dienstleistungsgebäude vorgesehen. Die Villa der Familie Strebel mit ihren Nebengebäuden, die über den Park an die alte Bahnhofstrasse erschlossen sind, bleiben bestehen.

Jedoch soll das Ensemble durch zwei neue Wohnbauten mit rund 15 Wohnungen ergänzt werden. Was das Werkareal der Firma Hauswartprofis bei der Eisenbahnlinie betrifft, sieht das Richtprojekt vor, dass die bestehende Gebäudezeile um ein Gewerbegebäude erweitert wird. Über dem Werkhof soll zudem ein Wohnhaus mit über 20 mehrheitlich kleineren Wohnungen entstehen.

Damit das Bauvorhaben ausgeführt werden kann, ist eine Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung nötig. «Ein kleiner Teil des sondernutzungsplanpflichtigen Gebiets Sandfoore liegt in der Wohnzone W2, der Rest in der Wohn- und Gewerbezone WG3», erklärte Roman Hanimann vom Büro Van de Wetering Atelier für Städtebau an einer Informationsveranstaltung diese Woche.

Damit zwei zusätzliche Vollgeschosse und die geplante Mehrfamilienhaustypologie realisiert werden könne, sei eine Änderung der W2 zu WG3 nötig. Zudem werden mit der Teiländerung an den Gemeinderat verschiedene Kompetenzen delegiert, beispielsweise kann er bei sondernutzungsplanpflichtigen Gebieten neu eine Erhöhung der Nettoladenfläche bis maximal 2000 Quadratmeter erlassen.

«Der Gemeinderat arbeitet schon seit einigen Jahren daran, dass man die noch nicht überbauten Parzellen Sandfoore und Wolfboden mit einer qualitativ hochstehenden Überbauung in naher Zukunft entwickelt», sagt Gemeindeammann Daniel Pfyl. Damit verweist er auf den Masterplan aus dem Jahr 2015, der unter anderem die Grundlage für den Gestaltungsplan Sandfoore bildet.

Auch Infrastruktur wird ausgebaut

«Seit Beginn der Planung sind wir auch daran, die Infrastruktur auszubauen», sagt Pfyl. Beispielsweise werden in diesem Jahr der Schulhausanbau und die Doppelturnhalle fertiggestellt, weiter wird der Gemeinderat im Rahmen eines Betriebs- und Gestaltungsplans den Knoten bei der ehemaligen Post beleuchten und die Wasserbeschaffung bis 2035 analysieren. «Wir haben zahlreiche Stunden in Planungen investiert. Jetzt sollte es an die Realisierung gehen. Ich bin sehr zuversichtlich.»

Nach der Mitwirkung und der Vorprüfung durch den Kanton soll die Vorlage im September öffentlich aufgelegt werden. Im Dezember ist der Beschluss durch die Gemeindeversammlung geplant, im Januar 2019 soll der Regierungsrat die Vorlage genehmigen. Danach kann die Grundeigentümerschaft ein Baugesuch einreichen.

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