Yvonne Feri, wie haben Sie den Wahlsonntag verbracht?

Yvonne Feri: Ich habe versucht, den Tag möglichst normal zu gestalten: Zeitung lesen, Sport treiben und gemütliches Zusammensein mit meinem Partner – bald habe ich aber gemerkt, dass ich mich ablenken muss. Ein Besuch bei einer Freundin hat geholfen. Im Laufe des Nachmittags sass ich durchgehend am Computer und verfolgte die Resultate.

Können Sie ihre Stimmung während der Wahl beschreiben?

Da sich die Reihenfolge der Kandidaten bis zur Auszählung des letzten Bezirks laufend veränderte, war ich sehr aufgeregt. Das war ein richtig guter Wahlkrimi.

Während des Wahlkampfs waren SP-Politiker wie Pascale Bruderer oder Cédric Wermuth in den Medien deutlich präsenter als Sie.

Es ist selbstverständlich, dass Pascale Bruderer als Ständeratskandidatin, amtierende Nationalrätin und ehemalige Nationalratspräsidentin eine sehr gute Medienpräsenz hat. Aber für alle anderen Personen auf der SP-Liste war die Präsenz und Nennung von nur zwei weiteren Kandidaten mit Wahlchancen eher unangenehm. Als ehemalige Grossrätin und amtierende Gemeinderätin hätte ich mir oft gewünscht, von den Medien aktiver wahrgenommen zu werden.

Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt?

Aus meiner Sicht war es ein sehr fairer Wahlkampf. Ich hatte viele interessante Begegnungen und fühlte mich besonders von der Partei vor Ort sehr stark getragen. Ich hatte auch das Gefühl, die Wettinger Bevölkerung freue sich über eine Kandidatur ihrer Gemeinderätin.

Sie sind als Nationalrätin «nachgerutscht», weil Pascale Bruderer in den Ständerat gewählt wurde. Schmälert das Ihre Freude über die Wahl?

Ich finde die Wahl von Pascale Bruderer in den Ständerat wunderbar und habe während des Wahlkampfes immer daran geglaubt, dass dies eine Chance für mich sein könnte. Ich bin dankbar dafür und ich freue mich, demnächst als Nationalrätin tätig sein zu dürfen.

Sie sind Gemeinderätin in Wettingen und Geschäftsführerin des Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Zürich. Werden Sie auch als Nationalrätin noch Zeit finden, diesen Tätigkeiten nachzugehen?

Ich möchte gerne das Amt als Gemeinderätin behalten. Mit meinen Vorgesetzten beim Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband werde ich diese Woche nach Lösungen suchen. Es braucht Veränderungen, damit ich die bevorstehende Aufgabe kompetent ausführen kann.

Was sagen Ihr Partner und Ihre Töchter zu Ihrem neuen Amt?

Meine Familie freut sich mit mir. Wir werden uns jetzt gut organisieren müssen – so, wie das bei jedem Berufswechsel notwendig ist.

Wie sehen die kommenden Tage für Sie aus? Was sind Ihre nächsten Schritte nach der Wahl?

Ich werde einiges organisieren und planen müssen. Vorerst aber geniesse ich die vielen Gratulationen und versuche, die neuen Eindrücke zu verarbeiten.