Seit Anfang Woche ist öffentlich bekannt, dass das Badener 4-Sterne-Hotel Du Parc von der «Welcome Hotels»-Gruppe» an eine Schweizer Aktiengesellschaft verkauft worden ist.

Konkrete Namen der neuen Investoren wurden keine genannt. Klar aber ist: Im Verwaltungsrat der Hotel Du Parc Baden AG hat es Anfang März diverse Wechsel gegeben – neu wird er präsidiert von Rajesh Bothra (48), einem indischen Geschäftsmann, der in Singapur lebt.

Bothra ist CEO der Firma Kobian, die rund 1 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr mit der Produktion von Computer-Hardware macht, unter anderem von Monitoren, Computer-Gehäusen und Lautsprechern.

Auf seinem Linkedin-Profil bezeichnet sich Bothra als «ideenreicher Investor», der weltweit mehr als 150 Millionen Dollar Eigenkapital in Projekte in diverser Sektoren investiert habe, beispielsweise im Bergbau, Transportwesen und Gastgewerbe.

Geschäftsmann und Investor: Rajesh Bothra.

Geschäftsmann und Investor: Rajesh Bothra.

Seit Oktober in Schweiz aktiv

In der Schweiz hat Bothra bisher nur wenige Spuren hinterlassen. Seit Oktober 2015 ist er VR-Mitglied der Contract Farming India AG mit Sitz in Zug, seit Anfang März Verwaltungsratspräsident der Benu Holding AG mit Sitz in Baar.

Warum Bothra nun ausgerechnet VR-Präsident des «Du Parc» wird – mit 106 Zimmern und 152 Betten das grösste Hotel der Stadt – dazu wollte auch ein anderes Verwaltungsratsmitglied keine Auskunft geben.

Auch über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Gemäss Verkaufsunterlagen von letztem Herbst, die der az vorliegen, sollte der Kaufpreis rund 20 Millionen Franken betragen.

Thomas Lütolf, Standortmarketing-Leiter der Stadt Baden: «Ich bin überzeugt, dass der Besitzerwechsel keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Logiernachtzahlen haben wird.»

Dass die konkrete Zusammensetzung der Hoteleigentümerschaft nicht im Detail bekannt ist, sei an anderen Destinationen schon seit längerer Zeit üblich. «Für uns ist wertvoll, dass das ‹Du Parc› weiterhin in der bisherigen Zusammensetzung betrieben wird.»

Wie bisher wird die Welcome-Hotels-Gruppe für den Betrieb verantwortlich sein. CEO Marcel Wohlgemuth erklärt, es sei im Interesse des neuen Besitzers, das bisherige Konzept des 4-Sterne-Hauses fortzuführen.

Vorgesehen seien kleinere Renovationen in einigen Zimmern und Nasszellen. Eigens für Hotelgäste soll eine neue Lounge entstehen. Auch neues Mobiliar für Seminarräume und Fitnessraum stehen in Aussicht, so Marcel Wohlgemuth.