Alt sind sie, die Hochhäuser und Blöcke im Spreitenbacher Langäckerquartier. Ein Teil der 26 Wohnhäuser, die in den 1960er- und 1970er-Jahren erbaut wurden, ist bereits saniert worden. Nun soll bald die wohl bedeutendste Aufwertung im Quartier erfolgen. Die Rede ist vom Glattlerzentrum am südlichen Rand des Quartiers.

Das Hochhaus und seine Umgebung sind sanierungsbedürftig, die zugehörigen Gewerbeflächen nicht mehr zeitgemäss. Aus dem Glattlerzentrum soll der Glattlerpark werden. Das 13-stöckige Hochhaus und die Gewerbeflächen werden saniert. Vorgesehen ist zudem ein neues achtstöckiges Wohnhaus an der Stelle, wo heute der benachbarte Kindergarten untergebracht ist.

Hier sollen 28 Wohnungen nach neustem Ausbaustandard entstehen. Der künftige Glattlerpark soll zu einem einladenden Begegnungs- und Aufenthaltsort für das Quartier und seine 4000 Einwohner aus über 70 Nationen werden – und eine Ergänzung zum bestehenden Quartierzentrum mit der Gemeindebibliothek und der «CaféBar».

In den nächsten Wochen wird der Gestaltungsplan beim Kanton zur Genehmigung eingereicht. «Verläuft alles nach Plan, könnte nach der Auflage des Baugesuchs bis zum Herbst die Baubewilligung erteilt werden», sagt Bauverwalter Oliver Hager. «Unser Wunschtermin für den Baustart wäre im Herbst», sagt Reuven Schijveschuurder, Geschäftsführer der Immobilienbewirtschafterin Nadlan AG. Er ist Projektleiter des Glattlerparks.

Problematische Faktoren

Die Planung für den neuen Quartiertreffpunkt läuft bereits seit fünf Jahren und wurde unter anderem durch das vom Bund mitfinanzierte Quartierentwicklungsprogramm «Projet Urbain» unter dem Titel «Langäcker bewegt» ins Leben gerufen.

Dieses Projekt wurde 2015 abgeschlossen und diente gemäss Bund zur Unterstützung und Entwicklung von «Quartieren mit besonderen Anforderungen». «Die Gemeinde ist im Quartier Langäcker mit der Situation konfrontiert, dass sich dort problematische Faktoren wie Konzentration benachteiligter Bevölkerungsgruppen, Gebäude mit hohem baulichem Erneuerungsbedarf und andere häufen», heisst es im Planungsbericht.

Neue Räume für das Jugendbüro

Inzwischen sind die Gewerberäume im Erdgeschoss des Glattlerzentrums mehrheitlich verlassen. Eingemietet sind lediglich noch ein Take-away zur Zwischennutzung und ein Coiffeursalon. Nach den Bau- und Sanierungsarbeiten soll es im neuen Glattlerpark wieder ein Lebensmittelgeschäft, ein Restaurant mit Aussenbereich, eine Apotheke und den Coiffeur geben.

Der Kindergarten, welcher sich heute neben dem Hochhaus befindet, wird zu einem Doppelkindergarten vergrössert und ebenfalls im sanierten Gewerbebereich untergebracht. Das heutige Jugendbüro der Gemeinde erhält neue Räume im bestehenden Hochhaus.

Des weiteren werden die Fussgängerpassage und mit ihr die direkte Fusswegverbindung zwischen der Post- und der Bahnhofstrasse aufgewertet. Mit der Rundum-Aufwertung zielt das Glattler-Projekt nicht zuletzt auch auf einen besseren Einwohnermix ab. Rund 12 bis 14 Millionen Franken will die Besitzerin, Residential Estate AG, in die Liegenschaft investieren.

Verhandlung mit Detailhändler

«Wir stehen bereits in Verhandlungen mit einem grossen Schweizer Detailhändler für den Quartierladen», sagt Schijveschuurder. «Zudem organisieren wir derzeit eine Lösung für den Kindergarten, sodass er während der Bauarbeiten im Quartier weiter betrieben werden kann, ohne dass wir ein Provisorium aufstellen müssen.»

Die heutigen Mieter der 51 Wohnungen im bestehenden Hochhaus müssen keine höheren Mieten befürchten, da das Gebäude hauptsächlich aussen saniert wird. «Im Inneren werden wir nur punktuell, aber fortlaufend sanieren», sagt Schijveschuurder. «Unser Ziel ist es, dass die heutigen Mieter bleiben.» Die Wohnungen würden erst dann saniert werden, wenn jemand ausziehe.

Um das Langäckerquartier weiter aufzuwerten, existiert seitens Gemeinde auch ein Konzept, um einen zentralen Verbindungsweg für Fussgänger und Radfahrer zu schaffen. Er soll sich dereinst von Norden nach Süden durch das gesamte Quartier ziehen. Allerdings ist dieser Plan noch Zukunftsmusik, da die Gemeinde mit dem neuen Gemeindehaus und der Schulraumerweiterung derzeit andere Prioritäten hat.