Die Hochbrücke prägt mit der Ansicht der Altstadt und deren Silhouette im Hintergrund das Stadtbild wie kein anderes Bauwerk. Städtebaulich wie architektonisch darf man sie heute noch als sehr gelungen bezeichnen.

Verkehrstechnisch unabdingbar

Die Hochbrücke war lange Zeit die Hauptschlagader des Regionalverkehrs; sie wurde durch den Bau der Siggenthalerbrücke und der dritten Bareggröhre vor rund 10 Jahren entlastet. Für die zwischen 1890 und 1910 boomende Industriestadt Baden hatte sich damals der Bau einer besseren Verkehrsverbindung über die Limmat aufgedrängt, denn Kapazität und Tragfähigkeit der Holzbrücke genügten nicht, das Ausweichen über die Schiefe Brücke war umständlich.

Lange Planungszeit

Die 1914 initiierten Planungsarbeiten mussten während des Ersten Weltkrieges unterbrochen werden. 1921 brachte Baumeister Mäder die Idee ein, die alten Träger der Eisenbahnbrücke nach Wettingen (sie wurde ersetzt) für eine Brücke beim Ländli zu verwenden. Die Gemeindeversammlung lehnte ab. Den danach durchgeführten Projektwettbewerb gewann nicht der bekannte Brückeningenieur Robert Maillart, sondern Jakob Bolliger mit einer Brücke in leichter Eisenbetonkonstruktion.

Die von Experten eingebrachte Variante einer Stadthausbrücke (ab Rathausgasse über die untere Altstadt hinweg) wurde verworfen. Der Kanton arbeitete ein Dekret für den Kostenteiler aus und gab Bolliger den Auftrag. Weil die künftige Schifffahrt nicht beeinträchtigt werden durfte, kam eine Viaduktbrücke nicht infrage. So musste über die Limmat ein grosser Bogen von 72 Meter Spannweite gebaut werden. Dies nutzte im Jahr 1927 der Badener Fotograf und Militärpilot Hans Suter mit einer Dewoitine C19 (französisches Kampfflugzeug), um den Bogen auf spektakuläre Weise zu durchfliegen.

Die Hochbrücke ist 242 Meter lang und eine der weitest gespannten Brücken der frühen Eisenbetonära. Nebst Hauptbogen (24 Meter über der Limmat) befinden sich auf Badener Seite neun, auf Wettinger zwei Anschlussbögen. Interessant ist der Kostenvergleich: Der Bau, der mithilfe des Fonds der Arbeitslosenunterstützung realisiert wurde, kostete damals 1,54 Mio. Franken, rund eine Million kostete die Belagsanierung vor sieben Jahren. Sanierung und Erweiterung (1988 bis 1991) kosteten bereits über 13 Mio. Franken.