«Einfach himmlisch» heisst die Konzertreihe mit Musik und Gesängen zu den Weltreligionen, die an fünf Donnerstagen vom 23. Oktober bis 20. November in verschiedenen Lokalitäten über die Bühne geht. Organisiert wird sie von der interreligiösen Arbeitsgruppe Gebenstorf.

«Musik verbindet und baut Hemmschwellen ab», sagt Hilde Seibert, Leiterin der interreligiösen Arbeitsgruppe Gebenstorf. Ziel des 10-köpfigen Teams ist es, Veranstaltungen zu organisieren, die das Verständnis der verschiedenen ortsansässigen Kultur- und Religionsgruppen untereinander fördern. «Wir wollen Begegnungen von einheimischen und ausländischen Menschen ermöglichen. Je mehr man voneinander erfährt, desto eher lassen sich Ängste und Vorurteile abbauen», sagt Seibert. Die Konzertreihe «Einfach himmlisch» gibt einen stimmungsvollen Einblick in die fünf Weltreligionen. An jedem Anlass sind Experten anwesend, die spannende Erläuterungen zu den verschiedenen musikalischen Vorträgen geben.

Der erste Konzertabend am 23. Oktober im reformierten Kirchgemeindehaus ist dem Judentum gewidmet. Werner Frenkel bläst das Widderhorn, so wie es am Neujahrsfest Roschhaschana und am Versöhnungstag Jom Kippur traditionell gemacht wird. Danach ist fröhliche Feststimmung angesagt mit alter und neuer Klezmermusik. Das zweite Event am 30. Oktober befasst sich mit dem Islam und wurde von Bari und Fekrije Alija mitorganisiert. Die aus Mazedonien stammenden Eheleute sind Muslime, leben in Gebenstorf, und haben nach anfänglich harzigen Zeiten in der Schweiz Akzeptanz gefunden.

Zu hören sein wird ein typischer Gebetsruf, wie er in der Moschee fünfmal täglich erklingt, sowie Musik aus dem Kanun und Gesang von der Dhikr-Gruppe «The Sadiqun» aus Basel. «Alle Künstler, die auftreten, geniessen in der muslimischen Kultur hohes Ansehen», sagt Seibert, der es ganz besonders beim islamischen Konzertabend wichtig war, eine Brücke zwischen östlicher und westlicher Kultur zu schlagen. Am Anlass vom 6. November in der katholischen Kirche erklingt religiöse aramäische Musik aus der syrisch-orthodoxen Kirche. Der deutsche Musiker Musa-Tan wird zur Orgelbegleitung in Arabisch, Türkisch und Aramäisch singen.

«Allein in Gebenstorf wohnen 60 syrisch-orthodoxe Familien», sagt Seibert. Die Veranstaltung vom 13. November im Gemeindesaal bringt dem Publikum den Hinduismus näher und wird von der tamilischen Tänzerin Jeyavani Kugarajasarma und der Kulturvermittlerin Tharani Sarma gestaltet. Der letzte Themenabend findet am 20. November statt: «Katholisch und reformiert», vertraute Klänge mit Kirchen- und Gottesdienstmusik von der Gregorianik bis heute. Die Orgelstücke werden von Egon Schwarb und Charlotte Stettler-Buschor gespielt.