Spreitenbach
Hier regieren die Fasnächtler die Gemeinde

Mit Guggenmusik und Satire übernahmen die Bräusi-Vögel die Amtsgeschäfte vom Gemeinderat und setzten diesen vorübergehend ab.

PETER THOMANN (Text und Foto)
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Mit Sousafone, Posaunen und Hörnern übernehmen die Fasnächtler das Dorf.

Mit Sousafone, Posaunen und Hörnern übernehmen die Fasnächtler das Dorf.

Mit grossen Trommeln und sonstigen Schlagwerken sind die Bräusi-Vögel in Spreitenbach aufmarschiert und haben es so richtig krachen lassen. 42 Mitglieder und 31 Kinder zählt diese Gugge, die sich grosser Beliebtheit erfreut. Die traditionelle Veranstaltung am Schmutzigen Donnerstag fand heuer erstmals im Hof Obstgarten der Bauernfamilie Lienberger statt.

«Vali» wolle stehts höher bauen

Zur Übergabe der Amtsgeschäfte erschien der fünfköpfige Gemeinderat in corpore und stellte sich vor der Bühne auf. Dann traten die beiden Ober-Bräusi-Vögel Sabrina Paolozzi und Daniel Zutter auf die Bühne. Sie präsentierten ihre Satire teils in Prosa, teils in Versform. So nahmen sie zum Beispiel Aargauer Politiker auf die Schippe: «Andreas Glarner lönd mer lieber lo si, mit sinere Burka-Phobie.» Auch SP-Nationalrat Cédric Wermuth bekam sein Fett weg: «Dä Wermuth, dä roti Socke, lönd mer uf sine lingge Träum lo hocke.»

Thematisiert haben die Bräusi-Vögel auch den Spreitenbacher Gemeindepräsidenten Valentin Schmid, der von der Bevölkerung liebevoll «Vali» genannt wird. Donald Trumps «Let’s make America great again» wende Vali für Spreitenbach ebenfalls an, indem er stets höher bauen wolle. Damit ist das geplante und umstrittene Hochhaus beim Shoppi gemeint.

Hochhäuser beim Rangierbahnhof

Sowohl die Credit Suisse als auch die Gemeindeverwaltung sollte dieser Tower dereinst beherbergen. Die Fasnächtler schlugen stattdessen vor, mehrere Hochhäuser beim lärmigen Rangierbahnhof zu errichten; dies als Lärmschutzwall für die Dorfbevölkerung. Wer dort dann wohnen soll? Selbstverständlich die SBB-Angestellten, könnten sie doch so ihren Lärm selber schlucken! Heiteres Gelächter war die Reaktion.

Danach setzten die Bräusi-Vögel den Gemeinderat offiziell ab und legten los mit ihrem Konzert. Zum Lied «Aber dich gibt’s nur einmal für mich» servierten die Veranstalter jeder Besucherin und jedem Besucher einen Tee Rum.

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