Fislisbach

Heimberg: «In den letzten Tagen wurde mir bewusst, was ich mit der Silber-Medaille geschafft habe»

Die Fislisbacherin bei ihrer Ankunft am Montag am Bahnhof in Aarau.

Die Fislisbacherin bei ihrer Ankunft am Montag am Bahnhof in Aarau.

Michelle Heimberg ist nach ihrem Exploit an den Europameisterschaften in Kiew wieder zu Hause. Viel Zeit, um die Silbermedaille zu geniessen, bleibt ihr aber nicht.

Michelle Heimberg hat das geschafft, was seit den ersten Titelkämpfen 1926 noch keiner Schweizerin gelungen ist: eine Medaille an den Europameisterschaften im Wasserspringen. An den Titelkämpfen letzte Woche in Kiew zeigte sie vom 3-Meter-Brett eine makellose Leistung und sprang hinter Anna Pysmenska (Ukr) auf den zweiten Rang.

Dass Heimberg am letzten Donnerstag Historisches gelungen ist, macht sie sehr stolz. «In den letzten Tagen wurde mir bewusst, was ich mit meinem zweiten Platz geschafft habe», sagt die 17-jährige Athletin, die seit Montag wieder zu Hause in Fislisbach ist. Am meisten überrascht ist sie über sich selber: «Ich stiess als Elfte nur knapp in den Final der besten zwölf vor», blickt Heimberg zurück. Da habe sie sich gesagt: Spring mit Freude, du hast ja nichts zu verlieren! «Dadurch musste ich keine Erwartungen erfüllen und konnte ohne Druck meine Sprünge zeigen.»

Der Gewinn der EM-Silbermedaille ist für Heimberg eine grosse Genugtuung für die etlichen Trainingsstunden. Und auch ein Zeichen dafür, dass sich der Wechsel im Sommer 2016 nach Genf gelohnt hat. «Bei Genève Natation habe ich jeden Tag die Möglichkeit, auf dem 3-Meter-Brett zu trainieren.» In Aarau, wo sie zuvor trainierte und die Sportkanti absolvierte, stand ihr nur ein 1-Meter-Brett zur Verfügung. Um das immense Trainingspensum von 25 Stunden pro Wochen zu bewältigen, absolviert sie ein Fernstudium. «Das erlaubt mir, dass ich den Unterricht und die Erholung der Trainingszeit anpassen kann», erklärt Heimberg. Jetzt hofft die Wasserspringerin, dass sie auch einige grosse Sponsoren an Land ziehen kann, die sie auf ihrem weiteren Weg unterstützen.

Viel Zeit, den Exploit zu geniessen, bleibt Heimberg nicht. Am Samstag reist sie nach Bergen (Nor) an die Jugendeuropameisterschaften. «Ich habe ein sehr gutes Gefühl und freue mich extrem darauf», sagt Heimberg. Druck verspüre sie aber keinen. In Bergen wie auch an den Weltmeisterschaften in Budapest Mitte Juli will sie weiter Erfahrungen sammeln – für ihr grosses Ziel: die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. «Damit ich dort meine beste Leistung abrufen kann, braucht es jeden kleinen Schritt», sagt sie. Und jetzt, nach dem Gewinn der EM-Silbermedaille, feilt Michelle Heimberg noch motivierter an ihren Sprüngen.

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