Weiterhin betreiben oder das Gebäude umnutzen? Diese Frage stellten sich die Investoren des Oberrohrdorfer Gasthofs zum Roten Löwen im vergangenen Jahr. Sie entschieden sich für erstere Option – und stellten im Dezember 2015 die neuen Gesichter vor: Pächter Carlos Ferreira und Geschäftsführer Andrea Giana. Nachdem das Restaurant immer wieder rote Zahlen geschrieben hatte, sollten sie den Betrieb zurück auf Erfolgskurs führen.

Welche Bilanz zieht nun der Pächter nach dem ersten halben Jahr? Aktuell liege man unter den Vorjahreszahlen, sagt Carlos Ferreira. Die ersten Monate seien schwierig gewesen: «Vom Ablauf her lief nicht alles optimal.» In dieser Zeit habe es viele Rückmeldungen gegeben, positive wie auch negative. Man habe die Anliegen erfasst und Änderungen vorgenommen. «Jetzt sind wir am Punkt angelangt, an dem wir im Januar hätten sein wollen», sagt Ferreira, der seit fünf Jahren die Tapas-Bar Mira in Baden führt. Der Gasthof, in den er rund 80 000 Franken investiert hat, sei nun komplett umgestaltet, ebenso der Gewölbekeller, die Bar und die sieben Hotelzimmer.

Geschäftsführer musste gehen

Veränderungen hat es auch im Team gegeben: Geschäftsführer Giana hat den «Löwen» per Ende Februar verlassen müssen. Die Ansichten seien zu unterschiedlich gewesen, sagt Ferreira. Zudem hätten seine Ideen als Gastgeber nicht ins neue Betriebskonzept und in die Betriebsphilosophie gepasst. Für die operative Führung im Service sind nun Oljenka Radwan und Manuela Hanzal verantwortlich. Die zwei «Power-Frauen», wie er sagt, waren bereits vor dem Pächterwechsel im Restaurant tätig und wohnen in Oberrohrdorf. Auch Philipp Noack ist neu dazugekommen und für die Küche zuständig. «Jetzt ist das Team praktisch komplett. Auch die Harmonie stimmt.»

Für Benno Zehnder, «Löwen»-Investor und Verwaltungsratspräsident der Badener Verenahof AG, entwickelt sich der Gasthof sehr gut: «Es ist für uns Aktionäre spürbar, dass hier ein kompetenter Unternehmer mit viel Gefühl fürs Gastgewerbe das Geschäft führt.»

Das Restaurant "Roter Löwen" hat seit einem halben Jahr neue Pächter.

Das Restaurant "Roter Löwen" hat seit einem halben Jahr neue Pächter.

Nach dem harzigen Start ist Carlos Ferreira zuversichtlich, dass der «Löwen» auf dem richtigen Weg ist: Es freue ihn, dass Vereine angefangen hätten, sich hier wöchentlich zu treffen. «Wir wünschen uns sehr, dass Stammgäste treu bleiben und neue Gäste dazukommen.» Dies gestaltet sich in Oberrohrdorf – im Gegensatz zur Tapas-Bar in Baden– etwas schwieriger. «Hier hat es weniger Laufkundschaft. Auch das Zielpublikum ist anders», sagt der Pächter. Während in Baden die verschiedensten Alterskategorien, von jung bis alt, vertreten seien, kämen im «Löwen» vor allem Gäste ab 30.

«Wenn es aber um das Produkt geht, dann sind die Erwartungen dieselben», sagt Ferreira. In anderen Worten: gutes Essen, gute Bedienung zu einem fairen Preis, «und es soll ein Erlebnis sein».