Region Baden

Grüne Fernwärme für die Stadt: Baden und Siggenthal legen ihre Netze zusammen

Die Leitung führt vom Siggenthal nach Baden (hinten).

Die Leitung führt vom Siggenthal nach Baden (hinten).

Die Fernwärmeleitungen sind nun miteinander verbunden. Neu bekommt Baden Fernwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage in Turgi. Das ist ein weiterer Schritt zur CO2-Reduktion.

Vor 13 Jahren fanden die ersten Gespräche für ein gemeinsames Fernwärmenetz statt, seit Dienstag ist es in Betrieb: Die Regionalwerke Baden und die Fernwärme Siggenthal haben ihre Leitungen miteinander verbunden. Neu wird auch das Quartier Baden Nord mit Co2-neutraler Wärme aus der Kehrichtverwertungsanlage in Turgi beliefert. Bisher war das Quartier mit Fernwärme aus Gas bedient worden.

In diesem Stadtteil hat die Regionalwerke aktuell 45 Geschäfts- und Privatkunden, die auf Fernwärme setzen – eine auf den ersten Blick eher kleine Zahl. Doch weil auch Grosskunden wie etwa ABB oder General Electric dazu gehören, ist die Liefermenge an Fernwärme doch beträchtlich, wie Markus Gsell von den Regionalwerken Baden erklärt. Kürzlich wurde auch das Badener Postareal, das derzeit umgebaut wird, an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Umgerechnet 70 Lastwagen voll Heizöl weniger

«Würden unsere Kunden in Baden Nord auf Heizöl statt auf Fernwärme setzen, müssten rund 1,5 Millionen Liter verbraucht werden, das entspricht rund 70 vollgetankten Lastwagen», erklärt Markus Gsell: «Alle reden von einer CO2-neutralen Gesellschaft – wir handeln.» Das Projekt Sibano – eine Abkürzung für Siggenthal und Baden Nord – sei ein visionärer Schritt, um die vorhandenen Wärmequellen über die Gemeindegrenzen hinweg optimal zu nutzen, sagt derweil Werner Graber, Verwaltungsratspräsident der Regionalwerke.

Die Fernwärmeleitung ist 3,3 Kilometer lang und startet bei der Kehrichtverwertungsanlage in Turgi. Sie führt von dort über die Limmat, weiter durch den Feldweg im Landwirtschaftsgebiet Hard und der Landstrasse in Obersiggenthal entlang via Siggenthalerbrücke nach Baden zur Fernwärmezentrale der Regionalwerke an der Brown-Boveri-Strasse. Der Limmatsteg musste für den Einbau in einer aufsehenerregenden Aktion ab- und wieder aufgebaut werden, unter anderem kamen Schwerlasthelikopter, so ein Superpuma, zum Einsatz. Gleichzeitig wurde der Steg verstärkt. Seit Ende Mai steht er für Fussgänger und Velofahrer wieder offen.

Limmatsteg mit Heli montiert

Limmatsteg mit Heli montiert (Video vom 31. Januar 2020)

Vor dem Baustart der Sibano belieferte die Fernwärme Siggenthal bereits 450 Kunden. Dank der neuen Leitungen können 17 zusätzliche Kunden bedient werden. Die letzten vier Anschlüsse werden im August an der Landstrasse realisiert.

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