Baden
Grazile Sängerin berührt mit «Weltschmerzliedern» auf dem Oberstadt-Areal

Lindamara gab eindrückliche Soloperformance am Openair «Freiluft». Die 35-jährige Sängerin Linda Kratky tritt am 1. August nochmals mit ihrer Band in der Badener Oberstadt auf. Die Organisatoren planen derweil bereits die Fortsetzung des Openairs.

Ursula Burgherr
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Lindamara alias Linda Kratky zieht das Publikum mit tiefgründigen, nachdenklich stimmenden Liedern in ihren Bann. ubu

Lindamara alias Linda Kratky zieht das Publikum mit tiefgründigen, nachdenklich stimmenden Liedern in ihren Bann. ubu

Lindamara alias Linda Kratky singt mit geschlossenen Augen ihren selbst komponierten Song «Shine» und begleitet sich dazu auf der Gitarre. Schnörkellos, einzigartig und authentisch ist ihr Auftritt. Die voluminöse und doch gefühlvolle Stimme zwischen Sopran und Alt umhüllt die Zuschauer unter den bunten Sonnenschirmen zusammen mit dem kühlenden Sommerwind, der über den Platz weht und mit den Blättern der auf dem Oberstadt-Areal verteilten Topfbäumchen spielt.

Nachgefragt mit Projektleiterin des Openair «Freiluft» «Das Open Air ‹Freiluft› gibt es nächstes Jahr wieder Nadja Schneider, wie hat das «Freiluft»-Team die Hitzewelle zu spüren bekommen? Schneider: Für uns war es wahnsinnig anstrengend, jedes Wochenende an der prallen Sonne zu arbeiten. Die Konzerte am Samstag waren aber trotzdem immer gut besucht. Was war top, und was ein Flop? Top ist der Samstag mit viel gut gelauntem Publikum. Die Gäste freuen sich wahnsinnig über unser nicht kommerzielles Kulturangebot in entspannter Atmosphäre und die vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Als Flop erweist sich der Sonntag, an dem wir bisher oft sehr schlecht frequentiert wurden. Hat das finanzielle Konsequenzen? Ja, denn Platzmiete und Infrastruktur müssen wir trotzdem bezahlen. Hat sich die Monsterbaustelle auf dem Schulhausplatz auf den «Freiluft»-Betrieb ausgewirkt? Nein, das Oberstadt-Areal ist wie eine kleine paradiesische Insel, auf der man von Hektik und Lärm nichts mitbekommt. Planen Sie schon eine Zweitausgabe von «Freiluft» im 2016? Ja, wir kommen nächstes Jahr wieder! Aufgrund unserer Erfahrungen werden wir den Sonntag aus dem Programm nehmen und durch den Freitag ersetzen. Was sind für Sie Perlen der diesjährigen «Freiluft»-Ausgabe? Da gibt es viele. Zum Beispiel die Badener Sängerin Lindamara. Sie hat eine Wahnsinnsstimme, die unter die Haut geht. Ich freu mich auch auf den 15. August, an dem die Gipsy-Formation «Strello» auftritt und danach eine Lesung der schweizerisch-jordanischen Schriftstellerin Kelso N. Imany stattfindet.

Nachgefragt mit Projektleiterin des Openair «Freiluft» «Das Open Air ‹Freiluft› gibt es nächstes Jahr wieder Nadja Schneider, wie hat das «Freiluft»-Team die Hitzewelle zu spüren bekommen? Schneider: Für uns war es wahnsinnig anstrengend, jedes Wochenende an der prallen Sonne zu arbeiten. Die Konzerte am Samstag waren aber trotzdem immer gut besucht. Was war top, und was ein Flop? Top ist der Samstag mit viel gut gelauntem Publikum. Die Gäste freuen sich wahnsinnig über unser nicht kommerzielles Kulturangebot in entspannter Atmosphäre und die vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Als Flop erweist sich der Sonntag, an dem wir bisher oft sehr schlecht frequentiert wurden. Hat das finanzielle Konsequenzen? Ja, denn Platzmiete und Infrastruktur müssen wir trotzdem bezahlen. Hat sich die Monsterbaustelle auf dem Schulhausplatz auf den «Freiluft»-Betrieb ausgewirkt? Nein, das Oberstadt-Areal ist wie eine kleine paradiesische Insel, auf der man von Hektik und Lärm nichts mitbekommt. Planen Sie schon eine Zweitausgabe von «Freiluft» im 2016? Ja, wir kommen nächstes Jahr wieder! Aufgrund unserer Erfahrungen werden wir den Sonntag aus dem Programm nehmen und durch den Freitag ersetzen. Was sind für Sie Perlen der diesjährigen «Freiluft»-Ausgabe? Da gibt es viele. Zum Beispiel die Badener Sängerin Lindamara. Sie hat eine Wahnsinnsstimme, die unter die Haut geht. Ich freu mich auch auf den 15. August, an dem die Gipsy-Formation «Strello» auftritt und danach eine Lesung der schweizerisch-jordanischen Schriftstellerin Kelso N. Imany stattfindet.

AZ

Songs, die es ins sich haben

Es ist so still im Publikum, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Für ihr Solokonzert im Rahmen des Open Air «Freiluft» hat die 35-jährige Sängerin einige Songs gecovert, die es in sich haben. «Stairway to heaven» von Led Zeppelin beispielsweise, einer der am schwierigsten zu interpretierenden Titel der Musikgeschichte. Aus dem bombastischen Original macht sie eine schlichte und berührende Onewoman-Version.

Auch Bill Withers› «Ain’t no Sunshine» oder Metallicas «Nothing else matters» setzt sie ihren eigenen Stempel auf. Zwischen den einzelnen Nummern redet Lindamara kaum ein Wort. Sie will die Lieder und deren meist sehr lyrische und melancholische Texte für sich sprechen lassen. Die grazile Musikerin nennt sie «Weltschmerzlieder» und sieht sich selber als tiefgründigen und nachdenklichen Menschen. «Oberflächliches Getue und notorischer Zweckoptimismus sind mir fremd», sagt sie nach dem Konzert.

Viel Power nach schwerer Krankheit

Eine schwere Erkrankung setzte die Badenerin für fast drei Jahre ausser Gefecht. «Ich bin wahnsinnig froh, dass ich jetzt Gas geben kann», meint Lindamara. Mit ihrer gleichnamigen Band zeigt sie sich auch von der rockigen Seite. Seit 2012 arbeitet sie an ihrer Solokarriere als Singer/Songwriterin. Trotz langjährigem Unterricht in klassischer Gitarre und einer Ausbildung an der Jazzschule Basel, mochte sie sich nie auf einen einzigen Stil festlegen.

Während Lindamara heute ganz auf die Musik setzt und nebenbei noch Gesangs- und Gitarrenunterricht gibt, arbeitete sie früher in allen möglichen Berufen, um sich finanziell sicher zu fühlen.

«Die Krankheit hat mich vor die Frage gestellt, was ich aus meinem zukünftigen Leben wirklich machen möchte. Und das ist eindeutig Musik», sagt Lindamara. Dass sie auf dem richtigen Weg ist, bestätigt ihr in jedem Fall das «Freiluft»-Publikum, das sich von ihrem Auftritt berührt und hingerissen zeigt.

Lindamara & Band treten am 1. August, 20.30 Uhr bei «Freiluft» Baden auf dem Oberstadt-Areal (bei der Galerie Anixis) auf. Zuvor, von 18 bis 19.30 Uhr, spielen «de Roesch und de Roche». Weitere Infos zum Programm im Internet unter: www.freiluft-baden.ch