Die Pavillons, die auf der Schulanlage Rüsler in Niederrohrdorf stehen, gehören künftig der Gemeinde: Die Stimmberechtigten haben am Freitagabend den Kredit über 1,4 Millionen Franken für den Kauf der Schulpavillons genehmigt.


«Die Erweiterung der Primarschule verzögert sich», erläuterte Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin Martina Egger (SVP) vor den 119 Stimmberechtigten. Der Grund: Man habe die Schülerzahlen überarbeiten müssen, wobei anhand derer das Raumprogramm für das Siegerprojekt «Jim Knopf» überprüft werde. «Die Schulpavillons bleiben deshalb länger als geplant stehen.» Unter diesen Umständen soll nun die Kaufoption zum tragen kommen: «Es hat sich gezeigt, dass ein Kauf günstiger ist als die Miete für die Schulpavillons», so Egger.


Konkret: Wenn die Gemeinde die Schulpavillons bis zum Ende der Vertragsdauer 2024 mietet, fallen Kosten von rund 1,8 Mio. Franken an, sprich rund 400 000 Franken mehr. «Ein weiterer Vorteil ist, dass die Demontagekosten entfallen und die Schulpavillons der Gemeinde gehören würden.» Nach Realisierung der Schulraumerweiterung, die 2023 abgeschlossen sein könnte, hätte die Gemeinde die Möglichkeit, die Pavillons zu verkaufen, sie anderweitig zu nutzen oder zurückzubauen, führte die Gemeinderätin weiter an.

Fragen zum Stand der Schulraumerweiterung


Die anschliessende Diskussion drehte sich vielmehr um «Jim Knopf» als um die Schulpavillons. So wollte eine Stimmberechtigte wissen, wie der aktuelle Stand des Projekts sei. Zur Erinnerung: «Jim Knopf» ging im Oktober 2017 als Sieger des Projektwettbewerbs für die Erweiterung der Primarschule hervor, an dem zehn Architekturbüros und Arbeitsgemeinschaften teilgenommen hatten. An einer darauffolgenden Infoveranstaltung wurden jedoch insbesondere die Dimensionen des geplanten Neubaus kritisiert, worauf der Gemeinderat beschloss, die Schülerzahlen anhand der effektiv zugezogenen Bevölkerung zu überarbeiten.

«Wir sind jetzt immer noch daran, zu überprüfen, welche Variante der Schulraumerweiterung die beste ist», antwortete Egger und betonte: «Wir sind zwar an ‹Jim Knopf› gebunden, können aber das Projekt überarbeiten und anpassen.» Die Stimmberechtigten folgten in der anschliessenden Abstimmung dem Gemeinderat und genehmigten den Kredit für den Kauf der Pavillons.


Budget mit Antrag genehmigt


Ja sagte die Gmeind auch zum Budget 2019, das einen gleichbleibenden Steuerfuss von 97 Prozent vorsieht. Gemeinderat und Finanzvorsteher Patrik Hitz (parteilos) sagte, dass der Voranschlag deutlich besser aussehe als noch 2018. «Die finanzielle Situation bleibt aber nach wie vor angespannt.» Insbesondere, weil die Verschuldung aufgrund der Investitionstätigkeit in den kommenden Jahren zunehme. Bei der Diskussion stellte Corinne Baumann, Schulpflegepräsidentin der Primarschule, einen Kreditantrag über 14 000 Franken für ein Klettergerüst für den Kindergarten Mülirai. Dieser wurde von den Stimmberechtigten ebenfalls genehmigt.


Unter «Verschiedenes» wurde Gemeindeschreiber Hugo Kreyenbühl verabschiedet. Er wird per 1. Februar 2019 Gemeindeschreiber in Muri. Gemeindeammann Gregor Naef (FDP) dankte Kreyenbühl für seine ausgezeichnete Arbeit, die er in den letzten zehn Jahren für Niederrohrdorf getan hat.