Baden

Gleich zwei grosse Filmproduktionen über das Volksfest: Die Badenfahrt kommt ins Kino

Rolf Lang hat mit seiner Filmcrew von «Redsmoke» bereits erste Aufnahmen für den Kino- Dokumentarfilm gedreht.

Rolf Lang hat mit seiner Filmcrew von «Redsmoke» bereits erste Aufnahmen für den Kino- Dokumentarfilm gedreht.

Die Filmemacher Rolf Lang und Michel Alraun produzieren zwei Filme über das zehntägige Volksfest. Im Fokus des längeren Dokfilms soll die Freiwilligenarbeit stehen. Bis alle Szenen im Kasten und im Kino zu sehen sind, braucht es allerdings noch Geduld.

Über die Badenfahrt wird es gleich zwei Filmproduktionen geben. Der Badener Rolf Lang arbeitet an einem rund 90 minütigen Kinodokumentarfilm. Michel Alraun, der mit seiner Firma Maybaum im Badener Merker-Areal domiziliert ist, produziert einen 10- bis 15-minütigen Mockumentary-Kurzfilm – eine Mischung aus Fiktion und Realität, die das Genre des Dokumentarfilms parodiert.

Die beiden Filmprojekte entstanden unabhängig voneinander. «Michel und ich haben erst später über unsere Projekte gesprochen. Da sie sehr unterschiedlich sind, ist das kein Problem, dass es zwei Produktionen geben wird», sagt Rolf Lang. Er und sein Team von «Redsmoke» sind in Schlieren stationiert. Hier wird recherchiert, koordiniert, geschnitten.

Das Maybaum-Team zeichnet für diesen Imagefilm über die Firma Victorinox verantwortlich.

Am zehntägigen Volksfest fasziniert Lang insbesondere die Motivation der unzähligen Menschen, die Badenfahrt mitzugestalten und einen so grossen Einsatz zu leisten. Im Fokus des Dokumentarfilms steht denn auch die Freiwilligenarbeit. «Es braucht schon einen ganz speziellen Nährboden, damit sich so viele Menschen für ein Fest engagieren und in einer Kleinstadt wie Baden ein Fest für eine Million Menschen stattfinden kann», sagt der 35-jährige Filmemacher. Dazu gehöre nicht nur Herzblut, sondern auch das Selbstverständnis, eine Kulturstadt zu sein, und eine gute Vernetzung der Einwohner untereinander.

«Den Wunsch, einen Film über die Badenfahrt zu machen, hatte ich schon vor zehn Jahren», erzählt Lang, der bereits während seiner Kanti-Zeit in den Kinos der Familie Sterk gearbeitet hat und später an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) Film studierte. Noch heute trifft man ihn regelmässig im Kino Orient an.

«dürä..!»: Rolf Langs Abschlussfilm von der ZHdK

Mit seiner Filmidee stiess er beim Badenfahrt-OK auf grosses Interesse. Es unterstützt den Film finanziell. Wie viel die Produktion des Werks am Ende kosten wird, kann und will Lang nicht kommunizieren. «Ich selber arbeite vorerst ehrenamtlich am Projekt, wir haben lokale und teilwiese nationale Unterstützung und werden ein Crowdfunding organisieren.» Mit den Dreharbeiten hat sein Team bereits im März begonnen sowie verschiedene Vereine und Personen gefilmt. Der Hauptteil erfolgt während des Fests, die letzten Dreharbeiten erfolgen danach.

Bis der Film im Kasten und im Kino zu sehen ist, braucht es noch Geduld. «Ich hoffe, wir sind im Herbst 2018 so weit», sagt Lang und fügt an, «schön wäre, wenn wir die Premiere in einem Badener Kino feiern könnten». Zudem wird der Dokumentarfilm als DVD erhältlich sein. «Natürlich soll der Film auch im Fernsehen platziert werden.» Pünktlich zur Badenfahrt wird die Website zum Film, www.badenfahrt-film.ch, aufgeschaltet.

Mit viel Humor

Unter dem Arbeitstitel «Epidemie in Baden» produziert der 37-jährige Michel Alraun den bereits erwähnten Mockumentary-Film. «Wir produzieren eine humorvolle, fiktive Geschichte rund um das Volksfest, die Beteiligten und Baden an sich», erzählt Michel Alraun in seinem Büro im Merker-Areal. Sein grosser Traum wäre ein richtiger Kinospielfilm mit der Badenfahrt-Kulisse gewesen. «Obwohl wir mit Michael Sauter, dem erfolgreichsten Schweizer Drehbuchautor, ein grandioses Drehbuch entwickeln konnten, sind wir bei der Finanzierung gescheitert», sagt Alraun.

Auch dieser Imagefilm über die Firma Swiss Tools entstammt der Filmschmiede des Maybaum-Teams.

Die kurze Vorlaufzeit von nur einem Jahr habe nicht gereicht, um am Marktplatz Schweiz einen Kinofilm auf die Beine zu stellen. Dennoch ist er optimistisch: «Der Countdown zur nächsten Badenfahrt läuft. Wir haben nun zehn Jahre Zeit, um das ambitionierte Projekt im zweiten Anlauf umzusetzen.»

Über die Geschichte des geplanten Kurzfilms soll noch nicht zu viel verraten werden. Nur so viel: «Wir stellen eine waghalsige Behauptung auf und sagen, ganz Baden ist von einer Art Virus infiziert, der die Menschen zu schöpferischen Höchstleistungen bewegt.»

Das Maybaum-Team arbeitet ehrenamtlich am Projekt. «Unser Film soll allen, die direkt oder indirekt am Fest beteiligt waren, eine Freude machen, sie zum Lachen bringen und mit eindrücklichen Aufnahmen der Badenfahrt noch einmal das Fest Revue passieren lassen.» Geplant sind rund zehn Drehtage. Insgesamt werden drei Filmcrews parallel an der Produktion arbeiten.

Beide Filmschaffende betreten mit ihren Projekten Neuland. Lang und Alraun produzieren hauptsächlich Auftragsfilme für Firmen und Institutionen. Das können Werbespots sein, aber auch kürzere Dokumentarfilme oder Imagefilme.

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