Die Aufbauarbeiten für die Raketenabschussrampen-Beiz auf dem Schlossbergplatz sind in vollem Gange. Bauarbeiter hämmern und schrauben an den Plattformen, mit dem Kran wird tonnenschweres Material bewegt. Auch einige Passanten halten einen Moment inne, um den Blick nach oben zu richten und das Geschehen mit ihrem Smartphone festzuhalten.

Denn das Gerüst mit seinen markanten roten Stahlträgern hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Mit 34 Metern wird der sogenannte "UniversAll"-Turm der Gemeinde Ehrendingen die höchste Beiz sein, die es je an einer Badenfahrt gegeben hat.

Das Konzept richtet sich ganz nach dem Motto "Weltraum", bei dem sich die Gäste wie Astronauten fühlen sollen, wie das Ehrendinger Organisationskomitee sagt. Als Highlight der Beiz gilt eine Rakete in der Mitte der Stahlkonstruktion, die einmal täglich mit Rauch, Licht und Soundeffekten ins "All" befördert wird. 

Die fertige Konstruktion wird drei Ebenen beinhalten, die aus je einer Fläche von 76 Quadratmetern bestehen und insgesamt über 300 Leuten Platz bieten sollen. Die erste Ebene, "Mission Control", befindet sich auf fünf Metern Höhe und wird an der Badenfahrt als Bar dienen.

In 27 Metern Höhe wird auf der zweiten Ebene die "Space Station", das Restaurant, stehen. Für schwindelfreie Besucherinnen und Besucher steht zudem der "Mars", die dritte Ebene, zur Verfügung. Hier entsteht ebenfalls eine Bar.

Alle Ebenen sind via Treppe erreichbar, doch ebenso wird es für handicapierte Personen einen Lift geben. Zurzeit sind am Bau die ersten beiden Plattformen zu sehen, die dritte wird in den kommenden Tagen folgen. 

Unmut im Vorfeld

Im Vorfeld hatte das ehrgeizige Projekt, das gemäss OK im sechsstelligen Kostenbereich liegt, für einigen Unmut gesorgt. Bedingt durch Abbrucharbeiten am ehemaligen "Cachet"-Haus konnte die Raketenbeiz nicht auf dem ursprünglich geplanten Ort zu stehen kommen, weshalb sich ihr Standort zunehmend in Richtung Stadtturm verschob.

Dorthin, wo der Quartierverein Allmend-Münzlishausen seine Beiz, das "Kaufhaus zum Schlossberg", geplant hatte und dadurch zunehmend von seiner Parzelle verdrängt wurde. Der Badener Quartierverein fürchtete aufgrund des Platzmangels und der damit einhergehenden Beizen-Verkleinerung um seine Rentabilität, weswegen er sein Projekt gänzlich vom Fest zurückzog.

Der Rückzug des Quartiervereins löste in der Folge die Diskussion aus, ob Megaprojekte wie der "UniversAll"-Turm vom Badenfahrtkomitee gegenüber kleineren Festbeizen bevorzugt würden. Es gebe keine Gewichtung, sagte Adi Hirzel, Präsident des Komitees, im Mai gegenüber der az.

Die Badenfahrt solle laut Hirzel nicht zu einem Fest des Gigantismus werden. Man versuche, möglichst viele Vereine mitmachen zu lassen und auch ambitionierten Projekten mit dem Schlossbergplatz einen attraktiven Standort zu bieten. Wichtig sei eine breite Palette an Beizen, sagte Hirzel weiter.