Baden

Gewagte Idee: City Com wünscht sich einen Sonntagsverkauf nach Weihnachten

Aktionen wie der Badener Winterzauber sollen Gäste anlocken, von denen auch der Detailhandel profitiert.

Aktionen wie der Badener Winterzauber sollen Gäste anlocken, von denen auch der Detailhandel profitiert.

Der Präsident des Badener Handels- und Gewerbevereins lanciert eine Idee, um das teilweise schleppende Sonntagsgeschäft anzukurbeln.

Die Idee von Michael Wicki klingt revolutionär und spannend: Der Interimspräsident des Handels- und Gewerbevereins City Com Baden denkt laut über einen Sonntagsverkauf nach Weihnachten nach. «Zwischen Weihnachten und Neujahr sind viele Leute in der Stadt, sie haben Zeit, lösen Gutscheine ein, tauschen Geschenke um. Kurz: Es läuft etwas.»

Der Grund für Wickis Vorstoss: Die beiden Sonntagsverkäufe vor diesen Weihnachten liefen nicht besonders hochtourig. «Der erste Sonntag am 15. Dezember war enttäuschend», sagt Wicki. Ein Grund mag auch das schlechte Wetter gewesen sein. Der Sonntag unmittelbar vor Weihnachten war für die Detaillisten hingegen zufriedenstellend. «Die Bilanz fällt insgesamt nicht überschwänglich aus.»

Als Gründe nennt Wicki den Einkaufstourismus und den Online-Handel. Aber auch die zeitliche Distanz zu Weihnachten ist ein wichtiger Faktor: «Je länger der Sonntagsverkauf vor Weihnachten liegt, desto schlechter läuft er.» 2019 fielen die Daten auf den 15. und 22. Dezember. In diesem Jahr werden es der 13. und der 20. Dezember sein.

Regierungsrat bestimmt, wann Sonntagsverkauf ist

Wicki schlägt vor, den ersten Sonntagsverkauf durch einen Sonntagsverkauf zwischen Weihnachten und Neujahr zu ersetzen. Seine Idee richtet sich an den Regierungsrat. Es ist jeweils dessen Aufgabe, die beiden Sonntage für alle Gemeinden im Kanton festzulegen. An diesen Adventssonntagen dürfen die Verkaufsgeschäfte ohne Bewilligung Arbeitnehmende beschäftigen.

Der Regierungsrat berücksichtigt dabei die Anliegen der Gewerbetreibenden, der Arbeitnehmenden, der Bevölkerung und einzelner Gemeinden mit traditionellen Verkaufsanlässen in der Adventszeit. Sechs Aargauer Gemeinden, etwa Wettingen und Bad Zurzach, haben aufgrund ihrer Tradition abweichende Daten. Wicki wünscht sich von der Regierung grundsätzlich mehr Flexibilität bei der Terminierung der Sonntagsverkäufe. «Das wäre interessant», sagt er, «aber ob der Regierungsrat dazu bereit ist?»

Zufrieden zeigt sich der ­City-Com-Präsident mit den Weihnachtsdörfern. Mit dem Winterzauber auf dem Bahnhofplatz, dem Wunderdorf auf dem Theaterplatz und dem Cordula-Dörfli verbreiteten diesen Winter erstmals drei Weihnachtsdörfer wochenlang Festtagsstimmung. Die City Com unterstützt die Badener Winterdörfer inklusive Festbeleuchtung und Lichterwecken mit 50'000 bis 60'000 Franken.

«Die Angebote haben sich gut ergänzt, die Leute fanden es lässig», sagt Wicki, «die Stadt Baden hat eine gute Gattung gemacht, ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt.» Die Attraktionen lockten auch auswärtige Gäste in die Stadt, dass sei zu dieser Jahreszeit wichtig für die Detaillisten.

Reibungen gehören zum Geschäft

Froh ist er insbesondere, dass die Premiere des Wunderdorfs als Erfolg gewertet werden kann. Dass es auch Kritik von umliegenden Geschäften gab, trübt seine Bilanz nicht. «Es ist normal, dass es bei einer Premiere Reibungsflächen gibt. Wichtig ist, dass die betroffenen Parteien miteinander reden.»

Der Winterzauber auf dem unteren Bahnhofplatz sei traditionell ein sicherer Wert. Durchhaltewillen wünscht Wicki den Verantwortlichen vom Cordula-Dörfli. Es sei der kleinste Platz mit der schlechtesten Lage. Ob es in Zukunft eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Weihnachtsdörfern gibt, wie dies Herbert Märki vom Wunderdorf wünscht, lässt Wicki offen.

In Sachen Marketing und Koordination sei dies möglich, aber örtlich seien die Lokalitäten nun mal getrennt. Bezüglich der Einführung eines Markttalers, einer gemeinsamen Währung für die Dörfer, zeigt sich Wicki skeptisch. «Dies wurde in der Vergangenheit schon diskutiert, wäre aber sehr aufwendig in der Umsetzung.»

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