Geschäftsjahr 2021
Badener Casino macht Millionengewinn in schwierigem Jahr – das bringt auch der Stadt Baden einen grossen Geldsegen

Das Geschäftsjahr 2021 zeigt: Das Onlinegeschäft wird für die Betreiberin des Grand Casino Baden immer wichtiger. Im Herbst steht ein wichtiger Schritt zum deutschen Markt an. Ausserdem erhöht die Stadtcasino Baden AG die Dividende für die Aktionäre – davon profitiert die Stadt Baden stark.

Philipp Zimmermann
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Das traditionelle Casino-Geschäft litt im Jahr 2021 wegen der Corona-Pandemie: Insgesamt 16 Wochen lang musste das Badener Casino geschlossen bleiben.

Das traditionelle Casino-Geschäft litt im Jahr 2021 wegen der Corona-Pandemie: Insgesamt 16 Wochen lang musste das Badener Casino geschlossen bleiben.

Fabio Baranzini

Die Stadtcasino Baden AG muss im Geschäftsjahr eine leichte Einbusse gegenüber dem Vorjahr hinnehmen: Der Bruttospielertrag sank von 107 auf 103 Millionen Franken. Gleiches gilt für den Gewinn, der nach den 3,9 Millionen im Vorjahr bei 3,5 Millionen Franken liegt, wie das Unternehmen mitteilt.

«Es ist erfreulich, dass wir trotz der pandemiebedingten Widerwärtigkeiten im operativen Geschäft auch 2021 mit einem Gewinn abschliessen konnten», sagt Verwaltungsratspräsident Jürg Altorfer. Das Grand Casino in Baden musste wegen der Coronamassnahmen im Geschäftsjahr insgesamt 16 Wochen lang geschlossen bleiben. Das Unternehmen hat für 2021 gemäss Finanzbericht rund 4,8 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen, inklusive Sozialleistungen, erhalten.

Online-Geschäft macht 6,5 Mio. Gewinn

Das Onlinegeschäft hat sich dagegen, drei Jahre nach dem Start, zu einem wichtigen Standbein entwickelt. Im Geschäftsjahr 2021 liegen die Erträge schon fast im selben Bereich wie jene des klassischen Casino-Geschäfts. Der Bruttospielertrag für das Online- und Offline-Geschäft betrug jeweils 46 Millionen Franken, so Altorfer.

Das Onlinegeschäft spielte 6,5 Millionen Franken Gewinn ein. «Wir waren mit jackpots.ch das erste Online-Casino und sind nach zwei vollen Geschäftsjahren in den Top 3 der Schweiz etabliert», schreibt Jürg Altorfer im Geschäftsbericht.

Vorausschauend fügt er an: «Die Transformation im digitalen Bereich findet heute in einem schwindelerregenden Tempo statt. Mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten und Marktchancen rechtzeitig wahrzunehmen, wird zu einer grossen Herausforderung der Zukunft.»

Stadt Baden erhält 1,5 Mio. Franken Dividende

Angesichts ihres 20-Jahr-Jubiläums im 2022 schüttet die Stadtcasino Baden AG 30 statt 25 Franken Dividende pro Aktie aus. «Der Jubiläums-Fünfliber lässt sich aufgrund der soliden Finanzlage gut rechtfertigen», sagt Altorfer. Die Stadt Baden als Mehraktionärin erhält dadurch rund 1,5 Millionen Franken. Das Unternehmen hat ausserdem insgesamt 1,345 Millionen Franken Ertragssteuern bezahlt.

Laut Geschäfts- respektive Finanzbericht hat die Stadtcasino Baden AG 39,5 Millionen Franken Spielbankenabgabe bezahlt, die hauptsächlich an den Bund geht und in die AHV-Kasse fliesst. Für ihre Anteile an der Merkur Spielbanken in Sachsen-Anhalt hat das Unternehmen 855’000 Franken erhalten.

Dagegen trägt es 765’000 Franken vom Jahresverlust der Trafo Baden Betriebs-AG. Per Ende 2021 beschäftigte die Gruppe an ihren verschiedenen Standorten in der Schweiz, Slowenien, Costa Rica und in Malta total 412 Mitarbeitende, 35 mehr als im Vorjahr.

Trennung von Casino Davos wegen Online-Strategie

Ein wichtiger Schritt im 2021 war die vollständige Übernahme der Gamanza Group mit den Tochterfirmen in Slowenien, Costa Rica und Malta. Der Stadtcasino Baden gehörte, im Rahmen eines Joint Ventures, seit 2018 bereits 50 Prozent der Gesellschaft, die der schwedische Unternehmer Magnus Lindberg gegründet hatte.

Die Gamanza-Gesellschaften programmieren Software für Online-Casinos. In der Schweiz sind sie Marktführerin: Sechs der elf Online-Casinos haben die Software von Gamanza als Plattform für ihre Onlineaktivitäten lizenziert. «Im Herbst wollen wir bereit sein, um sie auch auf dem deutschen Markt anbieten zu können», sagt Altorfer.

Der Verkauf des Aktienpakets (46 Prozent) am Casino Davos an den Joint-Venture-Partner, die belgische Ardent-Gruppe, muss vor dem Hintergrund des Gamanza-Investments gesehen werden. Die Davoser Onlineplattform casino777.ch sollte an die Plattform von Pokerstars, dem weltweit grössten Pokeranbieter, angeschlossen werden.

«Im Sommer/Herbst 2021 zeichnete sich ab, dass noch viel Geld für weitere Anpassungen hätte investiert werden müssen – mit, aus unserer Sicht, unsicherem Ausgang. Und wir sahen gleichzeitig, dass wir mit unserer Gamanza-Software ‹GaminGenius› diesbezüglich wesentlich weiter waren», erklärt Altorfer.

Konzessionsgesuche für drei Casinos

Im Mai 2022 will der Bund die Unterlagen für die Neuausschreibung der Casino-Konzessionen publizieren. «2024 laufen die Konzessionen aller Schweizer Casinos aus», erklärt Altorfer. «Jedes Casino muss sich mit einem Gesuch neu um eine Konzession bewerben.» Die Stadtcasino Baden Gruppe beabsichtigt, sich für drei Standorte zu bewerben.

Nebst dem Stammhaus in Baden wird die Gruppe auch Konzessionsgesuche für Locarno und Solothurn einreichen. «Wir haben in den 20 Jahren in Baden ein Konzept entwickelt und stetig verbessert, dass sich unserer Ansicht nach auch an diesen beiden neuen Standorten bestens eignet – natürlich mit den entsprechenden Anpassungen an die lokalen Gegebenheiten», so Altorfer.