Seit den 70er-Jahren ist sie im Zonenplan der Gemeinde eingezeichnet, nun liegt die Planvorlage auf.

Fünf Kisten voller Akten und Pläne können bis zum 15. Mai in den Gemeindehäusern von Mägenwil, Brunegg und Wohlenschwil studiert werden. Die Rede ist von der SBB-Schlaufe zwischen Brunegg und Mägenwil. Das einspurige Verbindungsstück ist eine von mehreren «kleineren Infrastrukturmassnahmen», wie die SBB im Baugesuch schreiben, die den Engpass zwischen Aarau und Zürich entlasten sollen.

S-Bahn im Halbstundentakt

Die geplante Schlaufe wird die Bahnlinie Othmarsingen–Birr mit der Heitersberglinie – Olten–Zürich – verbinden. Ziel der SBB ist es, unter anderem mit der Schlaufe Güterzüge so umzuleiten, dass auf der Heitersberglinie mehr Kapazität für Personenzüge entsteht. So soll die S3 zwischen Aarau und Zürich künftig den ganzen Tag im Halbstundentakt verkehren, nicht nur während der Stosszeiten.

Das Trassee der neuen Verbindungsschlaufe ist 1000 Meter lang und liegt in einer Industrie- und Landwirtschaftszone. In diesem Bereich liegen die Überführung der Landstrasse sowie die Wegbrücke Lindfeld; beide wurden schon in den 70ern als Vorinvestitionen für die Schlaufe erstellt. Die Wegbrücke muss nun jedoch abgebrochen werden.

«Mit den heutigen Trassierungsgrundsätzen ist es nicht möglich, die Wegbrücke für die Schlaufe Mägenwil zu nutzen», schreiben die SBB. Die Verbindung wird ab Brunegg bis zur Überführung der A1 parallel zur bestehenden Spur verlaufen und weiter südlich nach Osten abbiegen. Dort verläuft sie über die bestehende Überführung der Landstrasse ins Flurgebiet Schibler.

Die alte Bruggerstrasse wird von den Bahngleisen durchbrochen werden. Für den Langsamverkehr ist ab dem Gebiet Eichli bis zur Einmündung der Steiacherstrasse in die alte Bruggerstrasse ein 3,5 Meter breiter, parallel zur Bahn führender Weg vorgesehen. Etwa auf der Hälfte soll eine Personenunterführung durch den Bahndamm der Schlaufe die Anbindung an die alte Bruggerstrasse auf Höhe Strassenunterführung Büntli ermöglichen.

Bahnhof muss umgebaut werden

Damit die Schlaufe wie vorgesehen genutzt werden kann, ist auch eine Anpassung des seit Ende 2017 behindertengerechten Bahnhofs Mägenwil nötig. Das heutige Gleis 2 wird zum Gleis 1 und Durchfahrtsgleis Ost–West.

Das Gleis 3 heisst neu Gleis 2 und wird zum Wartegleis für den Verkehr in Richtung Schlaufe. Das heutige Gleis 1 wird zurückgebaut, das neue Gleis 1 wird mit einer Perronkante ausgerüstet; dort hält zukünftig die S-Bahn. Mägenwil ist ein Interventionsbahnhof. Defekte Züge werden nach Mägenwil gebracht und heute auf den Gleisen 2 und 5 angehalten und untersucht.

Damit die Arbeiten für die Schlaufe begonnen werden können, muss zuerst die Grossbaustelle für den Vierspurausbau am Eppenberg beendet sein. Durch dieses Projekt entstehen für die SBB so viele betrieblichen Einschränkungen, dass «für andere Projekte auf der Strecke Bern–Zürich keine Kapazitäten vorhanden sind.

Die SBB planen, Ende 2019 mit den Bauarbeiten für die Schlaufe und den Bahnhof Mägenwil beginnen zu können. Die Kosten belaufen sich gemäss Angaben der SBB inklusive Sicherungsanlagen auf 131,7 Millionen Franken. Für die Schlaufe ist ein Erwerb von zirka 10 000 Quadratmetern Land nötig, insgesamt sind 60 Grundstücke Dritter betroffen, schreiben die SBB.

Mit der Einreichung des Plangenehmigungs-Dossiers würden noch nicht alle Zustimmungen vorliegen. Wegen der Baustelle muss die Einführung des Halbstundentakts der S-Bahn nach Zürich verschoben werden, diese werde voraussichtlich auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2023 und nicht wie angekündigt bereits 2022 geschehen.