Würenlos

Gemeindeversammlung sagt Ja zum Kauf der alten Landi

Die Landi an ihrem alten Standort an der Landstrasse.

Die Landi an ihrem alten Standort an der Landstrasse.

Die Würenloser Wintergmeind befürwortet auch die Steuersenkung und bewilligt den Umbau des Gemeindehauses.

Rund zweieinhalb Stunden dauerte die Wintergmeind in der Würenloser Mehrzweckhalle am Donnerstagabend. Der Gemeinderat strich zwar gleich zu Beginn einen Antrag ersatzlos (jenen zu den Auswirkungen des Lehrplans 21 in der Schule). Die verbliebenen acht Traktanden sorgten aber auch für genügend Gesprächsstoff. Anders als in den meisten Gemeinden im Bezirk Baden schlug der Gemeinderat mit dem Budget 2020 eine Senkung des Steuerfusses vor – um drei Prozentpunkte auf neu 103 Prozent.

Finanzvorsteher Lukas Wopmann (BDP) erläuterte die Gründe für die Steuersenkung. Er sagte, die Gemeinde Würenlos habe in den letzten Jahren immer die Philosophie gehabt, das Geld nicht einfach auszugeben, wenn man sich etwas wünsche. Man müsse haushälterisch damit umgehen.

«Wir wollen aber keine Steuern auf Vorrat horten. Wenn es möglich ist, wollen wir den Steuerfuss reduzieren», so Wopmann. «Umgekehrt müssen wir ihn dann auch wieder nach oben anpassen können, wenn es nötig ist.» Spätestens 2023 dürfte das der Fall sein; unter anderem, weil in den kommenden Jahren einige grosse Investitionen anstehen. Die Steuersenkung wird nicht zuletzt dadurch möglich, dass sich ein Steuerzahler im Zuge der Steueramnestie selbst anzeigte. Das brachte zusätzliche Steuereinnahmen von rund 1,3 Millionen Franken. Ausserdem erhielt die Gemeinde die Liegenschaft einer verstorbenen Einwohnerin als Erbschaft.

Thomas Zollinger, Präsident der Finanzkommission (Fiko), sagte, die Senkung des Steuerfusses sei zwar zu begrüssen, man müsse sie aber «bitte auch nüchtern betrachten». Die Schuldenbremse, die in Würenlos seit 2013 gilt, sei mit dem heutigen Finanzplan deutlich zu hoch. «Unser Spielraum wird immer kleiner», sagte Zollinger. Er forderte deshalb eine Überarbeitung der Schuldenbremse und des Finanzplans, in enger Zusammenarbeit des Gemeinderats mit der Fiko.

Unterstützung fand er in diesem Punkt von der FDP – und schliesslich auch vom Gemeinderat. Die 210 anwesenden Stimmberechtigten (von insgesamt 4215) stimmten dem Budget und dem reduzierten Steuerfuss nach längerer Diskussion mit grossem Mehr bei 20 Gegenstimmen zu. Gemeinderat Nico Kunz (FDP) stellte die Anträge für einen Kredit zur Sanierung der Feldstrasse (9,78 Millionen Franken) sowie den Beitritt der Technischen Betriebe Würenlos zur neuen Energie-Messfirma e-sy AG vor. Beides wurde ohne Gegenstimme gutgeheissen.

Neuer Sportplatz, neuer Fussweg

Gemeindeammann Anton Möckel (parteilos) schilderte den Antrag für einen Kredit zur Sanierung des «Roten Platzes» beim Schulareal. Zeitgleich mit einem neuen Allwetterplatz für die Schulklassen und Sportvereine soll zwischen der Mattenstrasse und der Büntenstrasse ein neuer Fussweg gebaut werden. «Hier gibt es jetzt schon halbe Völkerwanderungen über das Landwirtschaftsland», sagte Möckel. Zum Kredit von 900'000 Franken sagte die Gmeind einstimmig Ja.

Deutlich mehr zu reden gab der mögliche Kauf des rund 90 Jahre alten Landi-Hauses an der Ecke Landstrasse/Bahnhofstrasse. Derzeit ist die Landi in einem Provisorium, bevor sie 2021 einen Neubau am Bahnhof bezieht. Die Gemeinde möchte das alte Haus an strategisch wichtiger Lage kaufen (sofern die Landi Furt- und Limmattal verkaufen will) und die Wohnungen vorläufig als Unterkunft für Asylsuchende umnutzen. Die SVP wollte eine Renovierung der Wohnungen (Kostenpunkt 200'000 Franken) verhindern, scheiterte aber deutlich mit ihrem Änderungsantrag. Die Gmeind sagte sehr deutlich Ja zum Kredit von 1,45 Millionen Franken für Kauf und Umbau.

Zum Schluss der Versammlung stimmten die Würenloser auch dem Umbau des Gemeindehauses zu, der sie rund 1,9 Millionen Franken kosten wird.

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