Der Gemeinderat hat sich dazu entschieden, die Primarschule und den Kindergarten im Ortsteil Kirchdorf weiterführen zu wollen. «Rein rechnerisch, von den Schülerzahlen her, wäre dies zumindest für die Schule nicht zwingend», sagt Gemeindeammann Max Läng. «Es gäbe auch die Möglichkeit, die Kinder dieses Ortsteils nach Nussbaumen in die Primarschule zu schicken.»

Kirchdorf solle aber für Familien ein attraktiver Standort sein und bleiben, weswegen sich der Gemeinderat in einem Zwischenentscheid für den Standort Kirchdorf mit Kindergarten und Primarschule ausgesprochen habe. «Dieser Zwischenentscheid hat die Bedeutung eines klaren Statements, einer Absichtserklärung», sagt Max Läng. Der Kindergarten bleibe auf jeden Fall in Kirchdorf.

Steuererhöhung nicht vermeidbar

Die Umsetzung dieses Entscheids hätte Folgen mit grosser finanzieller Tragweite, sagt Läng. «Die Analyse der Bausubstanz der Kirchdorfer Anlagen zeigt schon länger, dass sich eine Sanierung nicht lohnt und ein Neubau realisiert werden soll.» Weil auch die Tagesstätte finanziert werden muss, könne eine Steuerfusserhöhung im Jahr 2015 wohl nicht vermieden werden, sagt Ammann Läng weiter.

Mithilfe von Experten hat der Gemeinderat den Schulraumbedarf in Obersiggenthal untersucht. Das Fazit: Kurzfristig gibt es genug Platz, die Umstellung von fünf auf sechs Jahre Primarschule im Sommer 2014 kann mit den bestehenden Schulhäusern bewältigt werden. Einige Primarschulklassen können in den Zimmern des Oberstufenzentrums unterrichtet werden. Mittel- bis langfristig brauche es aber neue Schulzimmer für sieben bis neun Klassen. Wo dieser Schulraum geschaffen werden soll, müsse erst noch diskutiert werden.

Analysiert hat der Gemeinderat auch die Frage, ob der Bedarf für eine Bezirksschule weiterhin gegeben ist. «Die Bezirksschulen Obersiggenthal und Turgi werden vom kantonalen Bildungsdepartement bei der Bewilligung von Abteilungen gemeinsam betrachtet», schreibt der Gemeinderat. Für den Fortbestand beider Schulen bedeute dies, dass mindestens vier Abteilungen pro Jahrgang gebildet werden müssen. «Die aktuelle und künftige Bevölkerungsentwicklung im Einzugsgebiet ermöglicht dies.» Voraussetzung dafür sei, dass die Aufteilung der Schülerinnen und Schülern auf die beiden Standorte wie in der Vergangenheit kooperativ erfolge.