Die Mägenwiler Stimmberechtigten stellten dem Gemeinderat an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Anfang dieses Jahres einen klaren Auftrag: Er soll «ernsthafte Abklärungen für eine Gemeindefusion tätigen oder eine vertieftere Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden prüfen». Welche Vorkehrungen wurden für das Begehren, das mit 98 Ja zu 65 Nein gutgeheissen wurde, in der Zwischenzeit bereits unternommen?

«Um den Auftrag zu erfüllen, ist für uns das Wichtigste, herauszufinden, ob es Gemeinden gibt, die interessiert sind, vertiefte Abklärungen für eine Fusion mit Mägenwil zu tätigen», sagt Gemeindeammann Daniel Pfyl (SVP). Also hat sich der Gemeinderat in einem ersten Schritt beim Kanton über das Vorgehen erkundigt und dabei Eckdaten eingeholt. Nachdem die Exekutive die Informationen beisammen hatte, schrieb diese die Nachbargemeinden an – konkret Mellingen, Wohlenschwil, Hägglingen, Tägerig und Othmarsingen. Gleichzeitig wurde den Gemeinden auch die Frage nach einer Zusammenarbeit, etwa im Bereich Steuern und Finanzen, gestellt. «Ende Mai werden wir die Rückmeldungen beisammen haben. Dann wird sich zeigen, ob Interesse besteht und wie wir weiterfahren», sagt Pfyl.

Der Gemeindeammann selber steht dem Anliegen der Stimmberechtigten weder euphorisch noch kritisch gegenüber. «Wir haben einen demokratischen Auftrag erhalten, den wir bestmöglich umzusetzen versuchen – unabhängig von Emotionen.» Was eine Fusion betrifft, gibt er zu bedenken, dass der Gemeinderat die Eckdaten der potenziellen Fusions-Gemeinden mit Mägenwil verglichen hat: «Es zeigt sich, dass wir aktuell den tiefsten Steuerfuss und den höchsten Steuerertrag haben. Zudem sind wir auch stark, was das Gewerbe betrifft: Auf 2700 Arbeitsplätze kommen 2100 Einwohner. Das macht das Dorf attraktiv.» Vor diesem Hintergrund könnte eine allfällige Fusion mit Nachbargemeinden nicht von einem Tag auf den anderen geschehen, sondern wäre ein mehrjähriger Prozess, so Pfyl.

Bereits bestehende Kooperationen

Im Bereich Zusammenarbeit sei Mägenwil ebenfalls gut aufgestellt, sagt er. So ist das Dorf unter anderem Mitglied bei der Zivilschutzorganisation Reusstal-Rohrdorferberg und bei der Feuerwehr Regio Mellingen. Beim Zivilstandsamt arbeitet es mit Mellingen zusammen, ebenso bei der Jugend-, Familien- und Eheberatung. «Einzig bei den Finanzen und Steuern kooperieren wir noch nicht mit den Nachbarn», sagt Pfyl. Wobei er es jedoch als heikel erachtet, wenn Mägenwil die Finanzen aus den Händen geben würde, zu sensibel sei dieser Bereich. Hingegen sei die Bauverwaltung ein Thema, das künftig extern geführt werden könnte: «Gemeindeschreiber Werner Bünzli, der die Bauverwaltung leitet, wird nächstes Jahr pensioniert. Hier lohnt sich eine vertiefte Zusammenarbeit.»

Kredit wird vorgelegt

An der Gemeindeversammlung vom 4. Juni wird der Gemeinderat über den Stand der Abklärungen informieren. Im Dezember legt er dann den Stimmberechtigten einen Kredit vor. «Mit dem Betrag sollen unter anderem eine Machbarkeitsstudie erarbeitet und eine Bevölkerungsumfrage durchgeführt werden», erklärt Pfyl. Lehnt die Gemeindeversammlung den Kreditantrag ab, wird der Auftrag nach einer «vertieften Zusammenarbeit und Prüfung einer Fusion» auf Eis gelegt.

Der Votant, der die Forderung an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Januar stellte, begründete den Antrag unter anderem mit den «stetig wachsenden Ausgaben». Diese seien «mittelfristig für eine Gemeinde der Grösse wie Mägenwil nicht tragbar». Zudem sei der Steuerfuss bereits heute sehr hoch und werde in Zukunft noch weiter steigen. Einige Gemeinden im Aargau hätten die Zeichen der Zeit erkannt und sich zusammengeschlossen.