Killwangen

Gegenüber dem Bahnhof soll gebaut werden: Für den geplanten Lift wurden Geldgeber gefunden

Wegen eines Bundesgerichtsentscheids kann der Lift nicht wie hier links neben das gelbe Haus, sondern muss beim Hang dahinter gebaut werden.

Wegen eines Bundesgerichtsentscheids kann der Lift nicht wie hier links neben das gelbe Haus, sondern muss beim Hang dahinter gebaut werden.

Die Finanzierung für einen erleichterten Zugang vom Dorf zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ist gesichert. Ein Investor plant eine Überbauung mit 50 bis 60 Wohnungen und übernimmt auch die Kosten für den Lift.

Nicht nur in Spreitenbach wird in neue Überbauungen investiert, sondern auch in der Nachbargemeinde Killwangen, wo aktuell etwas mehr als 2000 Personen leben. Hier wird in nächster Zeit mit einem Wachstum von 400 bis 500 Personen gerechnet. So sind Wohnungen an der Zürcherstrasse, «MühliHof» Ost und West, geplant.

Aber auch an der Bahnhofstrasse an der Grenze zu Spreitenbach ist eine grössere Überbauung vorgesehen. Insgesamt rechnet die Gemeinde mit rund 350 Wohnungen mehr in den nächsten Jahren. «Und damit mit bis zu 3000 Einwohnern», sagte Killwangens Gemeinderat Jürg Lienberger (parteilos) am Politinfo vom Montagabend.

An diesem Anlass stand nicht nur das Wachstum der Gemeinde und die Sanierung des Kindergartens im Fokus, sondern auch die Neuigkeit, die Gemeindeammann Werner Scherer (SVP) gleich zur Einleitung verkündete: «In den letzten drei Wochen hatten wir intensive Gespräche mit Investoren, die in Killwangen bauen möchten.»

So soll gegenüber des Bahnhofs eine Überbauung mit 50 bis 60 Wohnungen entstehen. Beim betreffenden Hang ist schon länger eine Liftanlage geplant, die den Zugang vom Dorf zum Bahnhof erleichtern soll. Doch die Planung kam ins Stocken, die Finanzierung war in Frage gestellt. Nun die Wende: «Die Investoren sind bereit, die Kosten für die öffentliche Liftanlage vom Ankegässli zum Bahnhof zu übernehmen», sagte Scherer.

Der Lift sei nicht nur ein Wunsch des Gemeinderats, sondern ein Anliegen der Bevölkerung, sagte Gemeinderat Walter Hubmann (parteilos) 2017 zur AZ. Als klar war, dass die (vorläufige) Endstation der Limmattalbahn in Killwangen sein wird, nahm die Gemeinde das Projekt in Angriff, gemeinsam mit den Verantwortlichen der Limmattalbahn.

Die erste geplante Variante aber (siehe Visualisierung) hätte eine Teilenteignung des Grundstücks von einem benachbarten Anwohner nach sich gezogen. Dieser wandte sich deshalb mit einer Beschwerde ans Bundesgericht und bekam recht.

Die Teilenteignung sei unverhältnismässig, da Alternativen für die Liftanlage vorhanden seien. Killwangen blieben zwei Möglichkeiten: Entweder gar keinen Lift oder diesen rund zwei Meter tiefer in den Hang zu bauen, ohne das Grundstück des Anwohners zu tangieren.

Auch Bund leistet Beitrag

Von Anfang an war klar, dass sich die Limmattalbahn nicht an den Kosten für den Lift beteiligen würde – Zugänge zu den Bahnanlagen müssen von der betroffenen Gemeinde selbst bezahlt werden. Für 2018 war die entsprechende Finanzierung des Lifts noch mit 1,5 Millionen Franken im Finanzplan von Killwangen festgehalten.

Von Seiten der Gemeinde hiess es damals, man könne sich diesen Lift leisten. Das änderte sich aber Monate später, der Betrag wurde wieder aus dem Finanzplan gestrichen. Ein Grund: Der Bund hatte die vorgesehenen Gelder für die «Agglomerationsprogramme 2. Generation» sistiert. «Die Baukosten kann die Gemeinde alleine nicht stemmen», sagte Hubmann Ende 2018 zur AZ.

Man hatte allerdings bereits Hoffnung ins nächste Programm des Bundes gesetzt, in der die Massnahme «Neue Erschliessung Bahnhof Killwangen» mit einem Beitrag von 1,38 Millionen Franken berücksichtigt war. In diesem Programm ist ein Gesamtpaket von vier Millionen Franken veranschlagt, das Passarelle, Lift und Ankengässli-Anpassung umfasst. Das Projekt wurde aber inzwischen redimensioniert.

Diesen September hat der Bund die Mittel gesprochen. Nun ist auch der Gemeinderat einen Schritt weiter und hat einen Investor gefunden, der die restlichen Kosten für den Bau der Liftanlage übernimmt. Um wen es sich handelt, wurde nicht kommuniziert. Am Freitagnachmittag sollen die letzten Details geklärt werden.

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