Vorgaben
Gebenstorf lässt sämtliche Bauabnahmen der letzten sechs Jahre überprüfen – das sagt der Ammann

Die Gemeinde Gebenstorf organisiert die Bauverwaltung neu und setzt auch auf die Digitalisierung.

Claudia Laube
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Auf der Bauverwaltung hat es Wechsel gegeben – kommuniziert wurden sie nicht.

Auf der Bauverwaltung hat es Wechsel gegeben – kommuniziert wurden sie nicht.

Alex Spichale (2017

Die Gebenstorfer Bauverwaltung wird neu organisiert – in aller Stille könnte man meinen. Die Bevölkerung wurde nicht aktiv darauf aufmerksam gemacht. Eine Meldung in den Gemeindenachrichten machte hellhörig: Darin ging es zwar hauptsächlich um die Digitalisierung der Bauverwaltung. Im Zuge dieser sollen sämtliche erteilten Baubewilligungen der letzten sechs Jahren überprüft und kontrolliert werden, schrieb die Gemeinde. «Insbesondere ob die Bauabnahmen ordnungsgemäss stattgefunden haben», hiess es weiter. Bei Bauabnahmen wird überprüft, ob die Vorgaben der erteilten Baubewilligungen eingehalten wurden.

Doch was hat die Digitalisierung damit zu tun? «Eigentlich nichts und doch sehr vieles», sagt Gemeindeammann Fabian Keller (Die Mitte) auf Anfrage. Der bisherige Leiter der Abteilung Bau und Planung, Hans Peter Rauber, gehe Mitte Jahr in Pension. Die Leitung der Abteilung hat deshalb bereits auf Anfang Jahr Dominic Suter, der bisherige Leiter Tiefbau, übernommen. Rauber begleite ihn nun die nächsten sechs Monate bei der Einarbeitung.

«Dementsprechend drängt sich eine Umorganisation der Abteilung auf», so Keller. Dabei sei eines der Ziele, das die Geschäftsleitung dem neuen Bauverwalter mitgegeben habe, die Digitalisierung der Hochbau-Abteilung. «Wir konnten in dieser Abteilung in den letzten Jahren nicht immer alle Aufgaben komplett abschliessen», sagt Keller. Das Wichtigste sei natürlich erledigt worden. Die Digitalisierung solle aber künftig die Effizienz der Abteilung wesentlich steigern.

Dem neuen Bauverwalter seinerseits wolle man einen sauberen Übergang ermöglichen. «Zudem wollen wir nicht sämtliche noch offenen Pendenzen mitdigitalisieren», so Keller. Der Gemeinderat habe deshalb beschlossen, mit externer Hilfe die Altlasten abzuschliessen und zu erledigen. Die Überprüfung der Baubewilligungen und -abnahmen übernehmen nun im Laufe des Frühjahrs Mitarbeitende des Nussbaumer Ingenieurbüros Senn, das die Kontrollen bei den Liegenschaftsbesitzern durchführen wird. Die erhobenen Daten müssen danach ins Gebäude- und Wohnregister eingetragen werden.

Neuer Leiter Hochbau gesucht

Kurz nach der Gemeindemitteilung erschien ein Stelleninserat für einen neuen Leiter Hochbau. Diese Stelle hat heute Marcel Stierli inne, der aber weiterhin auf der Bauverwaltung verbleibt. Er werde sich zusammen mit dem neuen Leiter Hochbau die Aufgaben im Hochbau teilen und zusätzlich die Aufgaben des früheren Liegenschaftsverwalters übernehmen.

Mit einem neuen Leiter Hochbau wolle man ausserdem frühzeitig die Pension von Stierli vorbereiten. «Es ist heute sehr schwierig, qualifizierte Personen im Bereich Bau für die Aufgaben in einer Bauverwaltung zu begeistern», sagt Keller. Die Gemeinde sehe grössere Chancen, die Stelle mit einem Fachexperten zu besetzen, wenn dafür eine leitende Funktion ausgeschrieben wird.

Die Frage bleibt: Warum hat die Gemeinde diese Änderungen auf der Bauverwaltung nicht kommuniziert? «Wir sind noch mittendrin, der bisherige Bauverwalter ist noch vor Ort, geben wir doch dem neuen Leiter Bau und Planung etwas Zeit, sich in die neue Aufgabe einzuarbeiten», sagt Keller etwas erstaunt.