Kommentar

Fusions-Idee: Der Gemeinderat soll den Ball aufnehmen

Mägenwil überlegt sich Fusion. Archiv

Mägenwil überlegt sich Fusion. Archiv

Ob bei der Schule, bei der Polizei oder beim Abwasser: In vielen Bereichen arbeiten Gemeinden heute schon zusammen. Doch gerade für kleinere Gemeinden wird es immer schwieriger, Behördenämter und Verwaltungsstellen zu besetzen oder dem wachsenden finanziellen Druck zu begegnen. In solchen Fällen stellt sich die Frage nach einem Zusammenschluss. So auch in Mägenwil. Die Stimmberechtigten haben den Gemeinderat beauftragt, Abklärungen für eine Gemeindefusion oder eine vertieftere Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden zu prüfen.

Klar: Fusionen sind oftmals mit der Angst vor Identitätsverlust verbunden. Dass das nicht unbedingt sein muss, zeigt das Beispiel von Dättwil und Rütihof, die 1962 zu Baden gestossen sind, aber wo heute noch ein eigener Dorfcharakter herrscht. Damit Fusions-Ideen überhaupt Realität werden können, ist es wichtig, dass die Bevölkerung von Anfang an miteinbezogen wird. Etwa wie beim Projekt Rheintal+, bei dem zehn Zurzibieter Gemeinden einen Zusammenschluss prüfen und die Bevölkerung schon früh involviert wurde.

Wenn wie in Mägenwil der Auftrag von Bürgern kommt, sollte die Gemeinde den Ball aufnehmen. Es mag sein, dass jede Gemeinde derzeit durch eigene Kräfte und Zusammenarbeit fortbesteht. Doch vorausschauende Politik heisst, Ideen und Visionen dann anzugehen, wenn sich die Chance bietet – und nicht erst, wenn es strukturelle oder wirtschaftliche Gründe nötig machen. 

carla.stampfli@chmedia.ch

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